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Delphine auf der Flucht

Kroatien. Insel Losinj. (Spricht man Lojin.) Die Forscherinnen der Delfinstation Blue World nehmen unsere Reporterin mit auf eine Mission: Sie betreuen eine große Studie zur Erforschung der Delfine im Mittelmeer. Jeden Tag, sofern es das Wetter zulässt, fahren sie hinaus. Sogar im Winter. Ihr Auftrag: So viele Daten über die Tiere sammeln wie möglich. Am Horizont zwei große Yachten. Mit einem Unterwassermikrofon wollen die Forscherinnen ermitteln, wie laut die Yachten unter Wasser sind. Wie sie sich also für die Delfine anhören müssen. Nikolina Rako, Forschungsleiterin, Blue World, Zoologisches Institut Hamburg: "Wow, ist das laut. Draußen höre ich kaum etwas, aber hier ist das ein wahnsinnig lautes Geräusch. Warum ist das so laut unter Wasser? Unter Wasser ist der Schall fünfmal schneller als in der Luft, deshalb hören wir die Yacht, obwohl sie weit weg ist. Stört das die Delfine? Ja, das ist ein großer Störfaktor, vor allem im Sommer."Es geht zurück an Land. Die Forschungsstation liegt direkt in der Rovenska-Bucht. Seit 1987 erforschen Biologen hier das Verhalten und die Verbreitung der großen Tümmler im Cres-Losinj Archipel. Die Forscher von Blue World haben etwa 160 Tiere ermittelt, die hier vor der Küste leben. Von allen gibt es auch zahlreiche Fotos und Aufzeichnungen über Verhaltensmuster. Maja Nimak, Meeresbiologin, Blue World: "Welche Informationen bekommt ihr von den Fotos? Jeder Delfin hat eine unverwechselbare Finne. Im Laufe der Zeit bekommt sie Einkerbungen, Kratzer und Narben. Wie ein menschlicher Fingerabdruck. Es gibt keinen Delfin mit der gleichen Finne. Deshalb können wir jedes Tier auf einem Foto erkennen. Wir haben den einheimischen Delfinen außerdem Namen gegeben. Maren, Meta, Shiva. So können wir sie auseinander halten. Und die Fotos geben uns noch mehr Informationen. Was habt ihr herausgefunden? Zum Beispiel: Wie viele Delfine es gibt, ob die Population größer oder kleiner wird. Und sie wird kleiner, wie die neuesten Analysen zeigen. "Die Tiere, so erklärt der oberste Naturschützer von Blue World, werden vor allem vom Lärm der Motorboote vertrieben. Deshalb kämpft er mit seinen Kollegen für verschärfte Regeln. Je mehr Daten sie ermitteln, die das gestresste Verhalten der Delfine belegen, umso größer die Chancen. Dr. Peter Mackelworth, Leiter Naturschutz, Blue World: "Jemand hat angerufen, die Delfine sind vor Rovenska, ihr solltet euch beeilen. Sie sind Schützer hier der Delphine in die Gegend. Was ist da Ihr Wunsch? Das wichtigste wäre, die Geschwindigkeit der Boote zu reduzieren. Das würde nicht nur den Delfinen, sondern allen hier helfen. Außerdem brauchen wir Ranger zur Kontrolle, so wie in anderen Schutzzonen." Es bleibt ein unermüdlicher Kampf der Tierschützer für die Delfine und gegen die wirtschaftlichen Interessen der Fischer und Tourismusbehörden.

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