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Das Volk der San

Grashoek, inmitten der Kalahariwüste in Namibia Hier lebt das Volk der San. Sie sind die Ureinwohner des südlichen Afrika und hervorragend an das trockene Klima des Subkontinents angepasst. Doch der verbesserte Tierschutz in Namibia macht den San das Leben schwer. Die Menschen haben oft nichts zu essen. Nicht so in diesem Dorf, hier greift die Stiftung "Living Culture Foundation" des engagierten Deutschen Studenten Sebastian Dürrschmidt: Sebastian Dürrschmidt, Gründer der Stiftung "Living Culture Foundation: "In diesem Dorf ist es anders, weil hier ein Entwicklungsprojekt entstanden ist, was die San selbstverantwortlich initiiert haben. Das ist ein lebendes Museum. Ein lebendes Museum ist eigentlich ein Projekt, in dem die San ihre eigene Kultur präsentieren. Die Touristen können dann hier her kommen und bezahlen dafür, diese Kultur zu sehen." So wie diese deutschen Namibiareisenden. Sie haben einen Tag mit den San gebucht und zahlen dafür 20 Euro pro Person. Mit Folklore hat das nichts zu tun und mit einem Zoo schon gar nicht, sagt Sebastian, die San wollen ihre Kultur weitergeben und haben das Konzept mitentwickelt. Selbstbewusst tragen sie die Traditionelle Kleidung und zeigen den Touristen, wie sie auf die Jagd gehen. Das tödliche Gift der Pfeile gewinnen die Buschmänner aus dem Körpersaft einer Käferlarve. Die San sind traditionellerweise Jäger und Sammler, doch durch die neuen Gesetze verlieren sie ihre Kultur. N´Kunta Gamace, Medizinmann: "Die Behörden haben uns verboten zu jagen, wegen des Naturschutzes, sie bewachen die Tiere. Wenn sie dich erwischen, wirst du verhaftet. Ich weiß nicht warum. Wir San sind mit der Jagd aufgewachsen, so wie unsere Vorfahren. Wir brauchen das Fleisch zum überleben." Mit dem Projekt "Lebendes Museum" können die San ihre Traditionen pflegen und weitergeben. Ein Schnellkurs "Überleben in der Wüste" für die Deutschen Besucher: Medizinmann N´ Kunta hat eine Wasserspeichernde Wurzel gefunden. Den San blieb nur die Kalahari als Rückzugsgebiet, nachdem sie von anderen Stämmen und Weißen brutal vertrieben wurden. Hier kann N´ Kunta auch ohne Wasser überleben. Die Deutsche Juristin Anja noch nicht, aber sie übt. Anja Wirl, Touristin: "Und lecker. Ist okay, okay. Wie war das jetzt Anja, wie schmeckt das? Bitter? Ein bisschen bitter, aber es erfrischt ein bisschen." Garon, die Frau des Medizinmannes leitet das Krokodilspiel. Freizeit im Busch, so vergnügen sich die San. Die Frauen sind eine Schlange, die Männer feindliche Krokodile. Und dann Schmuckverkauf im Lebenden Museum, dem interaktiven Geschichtsdorf. Am Ende eines ungewöhnlichen Tages. Claudia Astl, Touristin: "Aufregend, eindrucksvoll. Ich finde es gerade auch wichtig mal zu sehen, dass es auch ohne Zivilisation geht. Dass, das eben nicht nur immer dieses: Wir haben überall Wasser, wir drehen den Wasserhahn auf ist. Das ist alles so selbstverständlich." Neun Euro zahlt Claudia für die Kette aus Straußeneiern. Garon N`Alakae: "Seit es das lebende Museum gibt, müssen wir nicht mehr so hungern. Wir zeigen den Touristen wie wir leben und verdienen so unser Geld. Wir können essen und Seife kaufen und leiden nicht mehr so wie früher." Den Gewinn teilen sich die San. Jeder im Dorf kommt auf dreißig Euro im Monat und das ist viel hier in der Kalahari.

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