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Das Übermorgenland

Einfahrt nach Dubai. In die "Stadt der Superlative": Hier steht der höchste Turm der Welt, das nobelste Hotel der Erde. Dubai ist die am schnellsten wachsende Stadt unseres Planeten. Die Herrscherfamilie des Al-Maktoum-Clans hat sich das Ziel gesetzt, für die Zeit nach dem Öl gerüstet zu sein. Sie haben Dubai stetiges Wachstum verordnet und ein Übermorgenland geschaffen, in dem alles möglich scheint. Erst seit 1971 sind die Vereinigten Arabischen Emirate unabhängig. Die Hochhäuser sind im Zeitraffer gewachsen. Das Ziel: Dubai soll die führende Metropole des 21. Jahrhunderts werden. Größenwahn oder realistische Einschätzung? Eckart Woertz, Ökonom: "Natürlich ist es schon alles etwas überdreht. Wenn man jede Woche eine neue Ankündigung braucht, neues Real Estate Projekt, dass ausgerollt wird. Das hatte schon einen gewissen Zwanghaften Charakter, einen übertriebenen Charakter. Es war schon eine ganz massive Strategie da immer neue Leute auch mit rein zu bekommen. Dadurch natürlich auch die Obsession mit Superlativen. Ja, der Höchste Turm, die größte künstlich aufgeschüttete Insel, dass einzige 7-Sterne-Hotel der Welt. Das diente dazu mehr Leute herein zu bringen du gerade jetzt auch im Off Plant Sales im Real Estate Bereich war das ja auch sehr wichtig als Geschäftsmodell. Also in sofern wenn diese Bewegung mal sich ausläuft, wird man es schon mit einer starken abkühlenden wirtschaftlichen Dynamik zu tun haben. Und das zeichnet sich jetzt schon ab. Also ich sage mal so, Märkte, wie diese, die korrigieren nicht. Da hat es keine gesunden Korrekturen, da hat es schon immer so ein Crash Szenario." Dubais Stadtplaner denken nicht an Wirtschaftskrisen oder Crash Szenarien. Die These ist: Baut und sie werden kommen. Das gilt auch für ein neues gigantisches Projekt. Am Rande Dubais soll der größte Passagierflughafen der Welt entstehen. Er soll so groß werden wie London Heathrow und Chicago O'Hare zusammen. Paul Griffiths, Generaldirektor Dubai Airports: "Nur wenn sie anhalten erlauben sie anderen Wettbewerbern sie einzuholen. Wir versuchen deshalb die weltweite Nachfrage des Flugverkehrs zu schätzen und natürlich zu bestimmen welche Rolle Dubai in diesem Wachstum spielen wird. Die Vision ist eindeutig und es gibt nichts was uns aufhalten kann. Deshalb bin ich froh, dass wir hier in Dubai Kapazitäten bauen, bevor sie tatsächlich gebraucht werden, anstatt uns später damit abzumühen." Noch mutet es an wie eine Fata Morgana in der Wüste. Doch eines Tages sollen die Flugzeuge hier auf sechs parallelen Bahnen starten und landen. Ob die avisierten 120 Millionen Passagiere aber auch wirklich kommen werden, bleibt abzuwarten.

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