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Das Kloster Wat Bo in Kambodscha

Wat Bo ist einer der ältesten buddhistischen Tempel Kambodschas. Und er wird noch von Gläubigen bewohnt. Es heißt, ein buddhistischer Mönch sei jemand, der sich aus Weisheit fürchtet. Der Mönch Pin Sem hatte allen Grund sich zu fürchten: Vor der Terrorherrschaft der Roten Khmer. Von Mitte bis Ende der 70er Jahre versuchte das Regime jegliche Form von Individualität und Fortschritt zu zerstören. Geld wurde als Zahlungsmittel abgeschafft, Bücher wurden verbrannt und fast die gesamte intellektuelle Elite Kambodschas wurde verfolgt und ermordet. Zwei Millionen Menschen fielen den Khmern zum Opfer - darunter auch die buddhistischen Mönche und deren Klöster, denn jegliche Form von Religion sollte vernichtet werden. Doch einige konnten entkommen. Später kehrten sie zurück und bauten die Klöster wieder auf. Einer von ihnen ist Pin Sem. Pin Sem "Mit ihren Schandtaten konnten die Roten Khmer nicht hundert oder tausend Jahre herrschen."Mitte der 80er Jahre hat Pin Sem wieder angefangen, angehende Mönche in Wat Bo zu unterrichten. Ihm ist jedoch klar geworden, dass allein die buddhistische Lehre nicht ausreicht, um sich in der Welt von heute zurechtzufinden. Deshalb hat er seine Lehrmethode verändert und erweitert. Nun lernen die Novizen auch Fremdsprachen und den Umgang mit Computern. Bun Ho paukt für das Examen. Ein richtiger Mönch kann er nur werden, wenn er auch die schulischen Prüfungen erfolgreich abschließt. Bun Ho "Wir wollen so viel wie möglich lernen, um die Gläubigen weiter zu führen und den Buddhismus zu stützen. Denn eines Tages, wenn unser Meister nicht mehr da sein wird, werden wir, seine Schüler, seine Arbeit fortsetzen."Das buddhistische Kloster ist nicht ein Ort der Abgeschiedenheit. Der Welt und der Zukunft zugewandt. Mit diese Maxime hat das Kloster Wat Bo wieder eine Zukunft bekommen. Spenden finanzieren das Leben der Novizen hier. Pin Sem "Buddhismus ist eine Religion, die auf Lernen basiert, auf dem Denkvermögen. Was man auch macht, man soll sein Gehirn einsetzen, man soll nach Zusammenhängen suchen. Es ist keine Religion, die nur auf einem Glauben basiert, wo man nichts zu hinterfragen braucht. Ja, so ist Buddhismus."Zu Zeiten des Terrorregimes der Roten Khmer war dies noch undenkbar, denn Bildung galt als tödlicher Makel. Noch immer sind die Folgen davon zu spüren: Ein Viertel aller Kambodschaner sind Analphabeten. Dank Menschen wie Pin Sem werden immer mehr Einheimische ausgebildet für ein Leben in der Moderne.

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