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China - Sturz des Imperiums

Abschottung gegen alles Fremde, fast 2000 Jahre lang funktioniert dieses politische Konzept in China perfekt. Doch 1894 sollte ein Schicksalsjahr für China werden: Die Japaner greifen an und zwar mit durchschlagendem Erfolg. Das Eingeständnis der militärischen Schwäche ist der Anfang vom Ende Chinas. Denn nun beginnt der Wettlauf der Welt um das Reich der Mitte. Alle haben das gleiche Ziel: Ein Stück China! Der junge Kaiser Guangxu, dem Cixi den Thron abgetreten hat, unterschreibt die Friedensverträge. Der Ausverkauf Chinas beginnt. Doch wie soll es jetzt weiter gehen. Der junge Kaiser setzt auf Reformen - China soll zu einer Lokomotive des Fortschritts werden. Doch die Ideen der Modernisierer gefährden Cixis Machtposition und die der konservativen Beamten. Als die mächtigste Frau Chinas erfährt, dass der junge Kaiser ihre Entmachtung plant, macht sie kurzen Prozess. Sie zwingt ihren Neffen, den Sohn des Himmels, vor ihr nieder zu knien und von seinem Amt zurückzutreten. Damit ist der Reformtraum für China ausgeträumt, der junge Kaiser wird verbannt und Cixi erreicht den Gipfel ihres langen Weges - sie besteigt nun den Drachenthron. Doch die Probleme bleiben, auch wenn der Kaiserhof in Peking einer Märchenkulisse gleicht, die raue Wirklichkeit im Land sieht anders aus. Kaiserin Cixi hat ihr riesiges Reich, in dem 400 Millionen Menschen leben, noch nie mit eigenen Augen gesehen. Und das bietet genügend Zündstoff für die nächste Krise: Karge Landschaften, schwierige Anbauflächen - die Menschen leiden Hunger. Das bildet den Zündstoff für eine Rebellion des eigenen Volkes. Im Jahr 1900 greifen Männer, die sich die vereinigten Faustkämpfer nennen, zu den Waffen. Ihre Revolte wird als "Boxeraufstand" in die Geschichte eingehen. Cixi versucht, die Aufständischen gegen die ausländischen Christen zu lenken. Doch damit setzt sie dem eigenen Reich den Todesstoß. Es herrscht Krieg. Acht europäische Länder senden schwer bewaffnete Truppen, ihnen gelingt der Vormarsch bis in den Kaiserpalast. Cixi bleibt nur noch die Flucht, als Bäuerin getarnt flieht sie mit ihrem gesamten Hofstaat. Später darf sie später in den Palast zurückkehren, dort wird sie geduldet bis zu ihrem Tod. Ihr Grab im Norden Pekings ist das Symbol für ein Imperium, das an sich selbst zugrunde ging. Das China der Kaiser ging unter, aber wenn die Chinesen Recht haben, dann heißt das nur, dass die Geburt eines neuen China bevor steht.

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