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Barriquefässer: Aroma für Rotwein

Schon die Gallier lagerten ihren Wein in Holzfässern. Im "Barrique", wie man sagt. Und noch heute werden Weinfässer noch ganz traditionell hergestellt. Denn das Holz gibt dem Wein eine ganz besondere Note.Dazu gehören Erfahrung und Sorgfalt, die nur ein echter Fassmacher, ein Küfer, hat. Und so geht's: In Reih und Glied werden die 27 fertigen Dauben aneinander gereiht. Beim Einsetzen der letzten Daube kommt der spannende Augenblick:Wie genau hat der Fassbinder gearbeitetJetzt sieht man, was der Küfer eine Fassrose nennt. Drei Ringe halten die Holzplanken in Position. Später werden sie gegen maßgeschneiderte Metall-Reifen ausgetauscht.Doch wie wird das gerade Holz zu einem runden Fass? Mit Wasser und Feuer. Über eine kleine Feuerstelle werden die noch steifen Hölzer erhitzt und gleichzeitig nass gehalten.Dann lassen sie sich biegen ohne zu brechen. "Im Prinzip wird das Fass jetzt erwärmt und von außen ständig nass gehalten, weil die Außenseite sich dehnen muß. Und wenn das Fass jetzt handwarm ist - sagen wir - anfängt zu dampfen, dann wird das Fass zusammen gezogen damit die bauchige Form entsteht."Dann kommt die alte Fasszwinge zum Einsatz. Sie hält das Fass in Form.Mit dem Stahlseil erzeugt die Zwinge einen Druck von über einer Tonne. Die Reifen werden angeschlagen und sobald das Fass abkühlt, behält es für immer seine bauchige FormEichenspäne, Feuer und Erfahrung - so wird aus einem normalen Fass ein Barriquefass.Das Fass wird ausgebrannt, der Küfer nennt das "Toasten"Je nach dem, wie lange das Fass "getoastet" wird, prägt es später den Geschmack des Weines. Jetzt kommen noch die endgültigen Fassreifen drauf, dann die Böden ... und das Spundloch, die einzige Öffnung im Barriquefass.Keine Schrauben, keine Lackierung, kein Leim - das gilt auch für den BodenDie Böden werden seit Jahrhunderten unverändert mit Holzdübeln zusammen gehaltenDamit der Fassboden dicht hält, kommt in die Nut Schilf. "Das wird jetzt nochmal ringsum eingelegt."Bevor das Schilf eingelegt wird, lockert der Küfer den FassreifenEin Schilfhaken zieht den Boden vom Inneren des Fasses in die richtige Position Karsten RombergKüfer "Im Prinzip ist das jetzt schon fast der letzte Arbeitsschritt. Der letzte Reif wird jetzt aufs Fass geschlagen und zum Schluss wird das Schilf noch abgeschnitten und ein bisschen verputzt. Und dann ist das Fass soweit, das es zum Winzer geht"Gut zehn Arbeitsstunden braucht es, bis ein Fass fertig ist. Und es hält es Jahrzehnte. 225 Liter Wein passen rein. Ob der gelingt, ist dann die Arbeit des Winzers. Der Küfer hat seine Arbeit getan.

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