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Archäologie am Meeresgrund

Vorbereitung für den Tauchgang. Das Spezialteam um die Unterwasserarchäologin Deborah Carlson hat schon unzählige Schiffwracks erforscht, doch hier vor der türkischen Westküste liegt ein besonderer Fund. In 45 Metern Tiefe. Ein Transportschiff, gesunken vor über 2.000 Jahren, verschüttet unter tonnenschweren Marmorsäulen. Eine ungewöhnliche Fracht. Die Forscher wollen mehr über die Konstruktionsweise des antiken Schwertransporters herausfinden. Möglicherweise kann die Ladung sogar Hinweise auf Route und Zielort geben. Die Suche nach den Überresten des gesunkenen Frachters gestaltet sich schwierig. Viele Fundstücke sind im lockeren Meeresboden versunken und können nur mit größter Vorsicht geborgen werden. Heute sind die Wetterbedingungen ideal, die Unterwasserarchäologen kommen gut voran. Doch das ist nicht immer so: Prof. Deborah Carlson, Archäologin: "In der Tat sind auch heute die gefährlichsten Arbeitsplätze im Mittelmeer da, wo Schiffwracks liegen. Weil die ungünstigen Wetterbedingungen von damals uns auch heute bedrohen."  Bei archäologischen Expeditionen unter Wasser gehen die Wissenschaftler nach den gleichen Methoden vor wie an Land. Akribisch dokumentieren und vermessen sie jedes einzelne Fundstück. Über 1.500 Teile haben sie schon geborgen. Allesamt Bruchstücke eines gewaltigen Puzzles. So wollen sie später einmal ein möglichst vollständiges Bild des antiken Frachters rekonstruieren. Das Team unter Leitung von Deborah Carlson wird immer dann eingeschaltet, wenn die Funde bedeutende archäologische Erkenntnisse versprechen. Wie die großen Marmorblöcke, mit Ausmaßen wie man sie früher nur für Monumentalbauten benutzte. Prof. Deborah Carlson, Archäologin: "Vielleicht war die Säule für einen unfertigen Tempel bestimmt oder für die Reparatur eines Dorischen Tempels aus dem 4. Jahrhundert vor Christus, der durch ein Erdbeben oder Feuer beschädigt wurde. " Viele Fragen haben die Schiffsarchäologen vom Nautischen Institut aus Texas noch zu lösen bis ihr Auftrag hier im Mittelmeer beendet ist. Jeder noch so kleine Fund kann ihnen helfen den Schleier, der über den Ereignissen der Vergangenheit liegt, zu lüften.

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