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Angststörungen

Nadine hat sich lange nicht in die Stadt getraut. Die 21-Jährige hat eine generalisierte Angststörung. Es fing schleichend an, nachdem ihre Familie auseinander gerissen worden war: Erst starb die Mutter, dann erkrankte die Schwester - Nadine hatte Angst vor weiteren Verlusten. Nadine Vierhaus, Angstpatientin: "Mein Freund damals, wenn der mit dem Auto gefahren ist, wenn es gewittert hat, dass da ein Unfall passiert oder wenn wir zusammen im Auto saßen, auf der Autobahn gefahren sind, ich hab den Unfall schon vor mir gesehen. In jeder Lebenssituation war das, egal, wo ich war." Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Doch hier muss klar zwischen krankhafter Angst und der harmlosen, alltäglichen Sorge unterschieden werden. Psychologen definieren den Unterschied so: Dr. Jutta Herrlich, Psychologin: "Es ist vor allem intensiver, sie beschäftigt die Menschen, wir sagen so im Schnitt 6 bis 10 Stunden am Tag, fast täglich und das mindestens 6 Monate lang. Also das ist eine gesteigerte Besorgnis, über alltägliche Dinge, die uns auch mal beschäftigen können oder die uns auch mal ängstigen können." Oft werden lange Zeit die körperlichen Symptome behandelt, bis die Angststörung erkannt wird. Dr. Maria Jockers-Scherübl, Psychiaterin: "Aufgrund der Schlaflosigkeit, gibt es dann häufig körperliche Schwierigkeiten und Schmerzen. Dann gehen diejenigen damit vielleicht zum Orthopäden, vielleicht gehen sie zum praktischen oder Allgemeinarzt und schildern dann körperliche Beschwerden. Und die sagen ja häufig nicht, ich habe Angst und ich mache mir so viel Sorgen, dass dieses und jenes passiert, so dass, wenn man nicht spezifisch danach fragt, sich das nicht unbedingt gleich jedem erschließt." Behandelt wird eine Angststörung mit Medikamenten und der Verhaltenstherapie. Hier werden Angstauslösende Situation immer wieder in Gedanken durchgespielt. So soll die Angst bei der realen Konfrontation später schwinden. Wer ständig in Angst lebt, sollte sich Auszeiten nehmen und bewusst entspannen. Denn auch die ständig angespannte Muskulatur kann starke körperliche Probleme verursachen. Nadine Vierhaus hat es geschafft, sie ist freiwillig mehrere Wochen in eine Klinik gegangen. Dort hat sie gelernt neuen Mut zu schöpfen. Die 21-Jährige schaut jetzt wieder positiv in die Zukunft.

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