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Albträume bei Kindern

Nachts im Schlaf erscheinen sie vor dem inneren Auge, bedrohliche und grauenvolle Szenarien. Albträume.Jedes zweite Kind im Alter von vier bis zehn Jahren hat einmal im Monat oder öfter einen Albtraum. Die nächtlichen Angstzustände sind meist so intensiv, dass sie davon aufwachen. Da Kinder bis zum Vorschulalter noch nicht zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden können, bleibt die panische Angst über die nächtlichen Traumbilder noch lange nach dem Aufwachen bestehen. Peeke: "Das war ne Gruppe, die hat sich um mich gekreist und die waren alle so kaltblütige, Messer gehabt und ich dachte okay, was soll ich jetzt machen, ich kann mich nur noch töten lassen." Finstere Gestalten und böse Monster. Für Kinder sind die nächtlichen Schreckensbilder durchaus real und wirken oft noch Tage bis Wochen nach. Namensgeber der düsteren Träume ist der Alb, der Nachtdämon. Dem Mythos zufolge setzt er sich auf die Brust des Träumenden und löst damit ein beklemmendes Angstgefühl aus.Diesen sogenannten Albdruck spüren Kinder besonders häufig. Denn sie träumen sehr intensiv. Albträume treten dabei vor allem in der zweiten Nachthälfte in einer intensiven REM-Phase auf. Die Ängste, die hier verarbeitet werden, spiegeln den Stress des Tages, belastende Lebenssituationen oder auch traumatische Erlebnisse wider.Die nächtlichen Ängste gehören zwar zur normalen Entwicklung eines Kindes dazu. Halten sie aber an, können sie auf tiefere Konflikte verweisen. Und die sollten behandelt werden. Im Kölner Kinderatelier lernen Kinder, sich dem nächtlichen Grauen zu stellen. Die Kinder malen ihren Albtraum in allen Einzelheiten auf. Dabei erleben sie die negativen Gefühle noch einmal. Rabea Müller, Kunsttherapeutin: "Auf diesem Bild sieht man die Darstellung eines neunjährigen Mädchens, die einen ihrer Albträume wiedergegeben hat. Das Haus gerät in Feuer, sie selber wird mit ihrem Bett, hier oben, unsichtbar aus diesem Haus heraus katapultiert. Das war ganz wichtig, diesem Kind auch zu zeigen, nicht in dieser bedrohlichen Situation bleiben zu müssen sondern das verändern zu können. Wir haben mehrere Bilderreihen hier angesetzt wo sie einfach mit diesem Bett erst mal aus dieser bedrohlichen Situation sich entfernen konnte. Das heißt, sie ist mit dem Bett in verschiedene Landschaften weg geflogen und irgendwann da gelandet, wo sie sich wohlfühlt." Durch das Aufzeigen von Auswegen verlieren die Albträume ihre bedrohliche Kraft. Die Kinder überwinden ihre Hilflosigkeit und lernen in ihren Albträumen selbst Regie zu führen.

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