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Ältester DNA-Stammbaum

Die Lichtenstein-Höhle im Harz. Hier stießen Forscher auf Knochen, ganze Skelette. Sie lagen Jahrtausende in der feuchten Höhle und waren bei der Ausgrabung von Kalkkristallen überzogen. Diese natürliche Konservierung hat die DNA der Skelette vor dem Verfall geschützt. Ein Glücksfall für die Wissenschaft. Am Göttinger Institut für Anthropologie: Dr. Susanne Hummel ist die Expertin für historische DNA. Sie will den Knochen ihre Geheimnisse entlocken. Den Knochenjägern der modernen Anthropologie reichen mehrere Milligramm, um die DNA zu isolieren. Die ersten Ergebnisse zeigen: Die Knochen stammen von 40 offenbar gesunden und wohlgenährten Menschen aus der Vorzeit. Im Schein des UV-Lichts wird 3.000 Jahre alte DNA sichtbar. Und eine Überraschung: Dr. Susanne Hummel, Anthropologin: "Das besondere in der Lichtenstein-Höhle ist, dass wir durch die genetischen Analysen tatsächlich eine Großfamilie, einen tatsächlichen Familienclan identifizieren konnten. Und zwar einen Familienclan, in dem wir mindestens drei Generationen gefunden haben. Wir konnten die Großelterngeneration identifizieren, die Eltern und die Enkelgeneration." Der älteste genetisch belegte Stammbaum der Welt. Die Wissenschaftler wagen sich an den Versuch einer plastischen Rekonstruktion. Erste Annäherungen. Spezielle DNA-Marker geben den Forschern bald Hinweise auf Hauttyp, Augen und Haarfarbe der Menschen aus unserer Vorzeit. Die alten Dörfer am Fuße des Lichtenstein im Harz. Sollten sich hier heute noch Menschen finden lassen, die eine ähnliche DNA tragen? Der Abgleich mit internationalen Gendatenbanken zeigt: Die Männer aus der Lichtenstein-Höhle haben ganz spezifische Genmuster. Können die Forscher hoffen, diese hier heute noch bei den Einwohnern zu finden? Den Forschern kommt eine Idee: Sie rufen in den Dörfern am Lichtenstein zur Speichelprobe auf. Rund 300 Alteingesessene stellen sich freiwillig zur Verfügung. Sie alle werden auf Verwandtschaft mit den Bronzezeitmenschen getestet. Dr. Susanne Hummel, Anthropologin: "Das besondere dort ist, dass wir tatsächlich drei Personen gefunden haben, die praktisch identisch, annähernd identische Muster haben, wie die Männer aus einer der Kernfamilien in der Lichtenstein Höhle. Und mit Herrn Lange, Herrn Huchthausen und seinem Sohn haben wir also drei Nachfahren gefunden von dieser Kernfamilie aus der Lichtenstein Höhle." Erste Begegnung mit den Ahnen aus der Vorzeit. Der Mundschutz ist wichtig, um die alte und die neue DNA nicht zu vermischen. Die Nachfahren vom Lichtenstein haben von der DNA Expertin einen Stammbaum bestätigt bekommen, der weit in die Zeit vor Christi Geburt zurück reicht. Familienbande über mehr als 120 Generationen. Eine Zusammenführung nach Jahrtausenden durch die Wissenschaft.

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