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9. November 1989

Im Jahre 1989 liegt die DDR am Boden. Auf den legendären Montags-demonstrationen fordern die Menschen Reformen. In der Sowjetunion sind diese mit Michail Gorbatschow und seiner Ankündigung von Glasnost und Perestroika schon in vollem Gange.. Das Zentralkomitee der SED und das Politbüro wollen die Zeichen des Niedergangs des Systems jedoch nicht wahrhaben und feiern unverdrossen den 40. Jahrestag der Staatsgründung. Doch dann, am 9. November 1989 passiert das Unglaubliche: "Noch einmal zurück nach Ostberlin. SED Politbüro Mitglied Schabowski hat vor wenigen Minuten mitgeteilt, dass von sofort an DDR Bürger direkt über alle Grenzübergänge zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland ausreisen dürfen. Mit dieser heutigen Entscheidung sei eine Übergangsregelung bis zur Verabschiedung des neuen Reisegesetzes geschaffen worden:"Nur 15 Minuten zuvor hatte Schabowski auf einer Pressekonferenz verlesen, was das Zentralkomitee der DDR zuvor in seiner Abwesenheit beschlossen hatte. Eine neue Reiseregelung, um den Flüchtlingsstrom von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik über Drittländer wie der Tschechoslowakei einzudämmen. Schabowski selbst schien völlig überrascht. Frage eines Journalisten: "Wann tritt das in Kraft?" Schabowski: "Das tritt nach meiner Kenntnis tritt das sofort, unverzüglich..."Unverzüglich! So hatte er es gesagt. 28 Jahre nach dem Mauerbau ist die Grenze auf einmal auf. Schon Minuten nach der Pressekonferenz strömen die Menschen zu den Grenzübergängen. Doch dort sind die Schlagbäume noch unten. Denn die Grenzer wissen nichts von der neuen Verordnung. Totale Verarschung. Die sind sich nicht einig." "Da ganz eindeutig feststand, dass diese Verordnung am 10. November in Kraft tritt, es ging ja auch gar nicht anders, es mussten Vorbereitungen getroffen werden, es mussten Befehle ausgegeben werden..."Doch es ist zu spät. Die Aussage Schabowskis über die sofortige Inkraftsetzung der neuen Reiseregelung lässt sich nicht mehr zurücknehmen. Die Grenzer wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Offizielle Befehle haben sie nicht. Doch schließlich kapitulieren sie vor den Menschenmassen und öffnen die Grenzen. 70000 Ost-Berliner stürmen daraufhin in den Westen.Auch viele West-Berliner erkennen, was geschehen ist und versammeln sich vor der Mauer. In Sprechchören fordern sie die Öffnung der Grenzen. "Und wir wollten eigentlich zuerst nur mal gucken wie das an der Grenze aussieht und hatten gar nicht vor, rüberzugehen, aber es entstand so eine Art Sog. Wir sind dann doch noch rübergegangen. Ich habe in meinem Ausweis neben dem Foto son dicken Stempel vom Grenzübergang, den habe ich mir auch aufgehoben"40 Jahre haben die Menschen in der DDR in Unfreiheit gelebt. Jetzt überschlagen sich die Ereignisse auf einmal. Ohne blutige Revolution sind die innerdeutschen Grenzen aufgegangen. Der 9. November 1989 geht in die Deutsche Geschichte als Tag des Mauerfalls ein. Auch das DDR Regime wird nicht viel später nur noch Geschichte sein.

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