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64 KB

64 Kibibyte oder KB groß - oder besser klein ist ein Demo, eine Echtzeit-Animation. Das heißt: 100 mal kleiner als das Foto einer 6 Megapixel-Kamera. 10.000 Demos würden auf eine CD, 69.000 auf eine DVD passen. Und auch die Datenmenge eines leeren Worddokuments entspricht 64 KB. Und doch steckt in dem Winzling eine ganze Menge. Ein Demo ist hohe Computerkunst. Das besondere dabei: alles geschieht live. "Es wird also nicht wie bei Pixar oder vielen anderen Animationsstudios, wo Tage-, Wochenlang vorgerechnet wird und du guckst dir dann das Endergebnis an, sondern das soll in Echtzeit passieren." Die Wurzeln der Demos liegen in den 80er Jahren, zu Zeiten des inzwischen PC-Dinosauriers C64. Damals kamen Programme auf den Markt, die einen Kopierschutz auf Softwareebene enthielten. Einige Raubkopierer haben sich in Gruppen zusammengeschlossen und den sportlichen Ehrgeiz entwickelt den Kopierschutz zu knacken. Als Visitenkarte haben sie ein animiertes Intro vor das gecrackte Programm gestellt. Lars "Ghandy" Sobiraj, Internetredakteur: "Und irgendwann hat sich das zu einer eigenen Kunstform entwickelt, wo es nicht mehr um die Raubkopien ging oder darum, der Schnellste zu sein, sondern die kreative Auseinandersetzung mit dem Computer." Heute herrscht meist Aufgabenteilung: einer kümmert sich ums Bild, ein anderer komponiert die Musik und ein Dritter setzt die Einzelteile zu dem Demo zusammen. Mit einer kleinen Datenmenge entstehen so große Meisterwerke.

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