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1942: Die Weiße Rose

München im Kriegswinter 1942/43: Während die meisten Deutschen zu den Verbrechen der NS-Diktatur schweigen, …regt sich an der Ludwigs-Maximilian-Universität Widerstand. Interview Georg Wittenstein: Die Weiße Rose war eine Gruppe von jungen Studenten mit den gleichen Interessen. Hauptsächlich kulturell: Musik, Kunst, Literatur, Philosophie, aber gleichzeitig der selben politischen Ansicht. Aus der Gruppe um Sophie und Hans Scholl waren einige einst aus Überzeugung in der Hitlerjugend mitmarschiert, - und in den Krieg. Bis manche von ihnen Zeugen von NS-Verbrechen wurden. In Polen erlebte Medizinstudent Georg Wittenstein das Grauen des Vernichtungskrieges. Interview Georg Wittenstein: "Erst als wir dann erfuhren, was wirklich geschah, was mit den Juden passierte, was mit den Polen passierte, wie die Kriegsgefangenen behandelt wurden, wurde es immer klarer, dass diese Regierung beseitigt werden müsse." Die „Weiße Rose“ protestiert gegen die Verbrechen wider die Menschlichkeit ……und gegen die Opferung der eigenen Soldaten wie bei Stalingrad. Man trifft sich in der Wohnung der Geschwister Scholl, Franz-Josef-Straße 13 in München. Von hier aus hält die Gruppe Kontakt zu Gleichgesinnten in ganz Deutschland: Zu Lehrern, Buchhändlern und Ärzten. Hier entstehen Tausende Flugblätter gegen das NS-Regime, die auch den Judenmord öffentlich anprangern. Verteilt werden sie in Süddeutschland und Österreich. Interview Hildegard Hamm-Brücher: "Diese Flugblätter sind ja eigentlich die schönsten Dokumente des Widerstands, die wir haben, weil sie auch sehr, sehr konkret sind und ungeheuer mutig. Sie fordern die Jugend auf, mit Hitler abzurechnen." Hildegard Hamm-Brücher: "Menschen, die eben das Gewissen und das Wissen um das, was im Namen der Deutschen und von Deutschen geschieht, nicht mehr länger einfach mitgemacht oder mit Schweigen mitgemacht haben." Ihre sechste Flugblatt-Aktion wird der Gruppe zum Verhängnis. Der Morgen des 18. Februar 1943: Die Geschwister Scholl verteilen an der Münchner Universität Blätter gegen die Kriegspolitik des „Dritten Reiches“. Die fordern auf zum Kampf gegen die NS-Partei und „gegen die Verknechtung Europas durch den Nationalsozialismus“. Als sie die letzten Flugblätter auswerfen, werden sie von einem Hausmeister gestellt und der Gestapo übergeben. Das Regime macht kurzen Prozess: In Eilverfahren werden sechs Mitglieder der Weißen Rose zum Tode durch das Fallbeil verurteilt, andere bleiben in Haft. Der junge Aufstand des Gewissens scheitert, doch er bleibt herausragende - –und seltenes - Beispiel für den zivilen Widerstand in der NS-Diktatur.

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