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Verkehrsregeln und Autokauf

Tipps für das europäische Ausland

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Deutschland hat im Sommer 2014 die Warnwestenpflicht eingeführt und war damit keinesfalls das erste Land. Schon zehn Jahre zuvor hatten Italien und Spanien als erste Länder Europas die Pflicht beschlossen. Inzwischen ist sie auch in Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Kroatien, Luxemburg, Montenegro, Österreich, Serbien, Slowakei, Slowenien und Ungarn umgesetzt worden. In Norwegen und Portugal gilt die Pflicht nur für dort zugelassene Autos. Es kann allerdings keine beliebige Weste verwendet werden. Nur Westen mit EN 471 Kontrollzeichen erfüllen die Europa-Richtlinie.
 
Gebrauchtwagen aus dem Ausland
Doch nicht nur auf der Straße gelten in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Bestimmungen. In der EU gibt es derzeit beispielsweise kein Gesetz für einheitliche Nettopreise. Somit können Käufer Arbitragegewinne einstreichen. Wer aus einem Land mit hohem Lohnniveau kommt und Autos in einem Land mit niedrigem Lohnniveau kauft, kann von den dort herrschenden günstigen Preisen profitieren. 
Allerdings ist nicht jedes Auto im Ausland günstiger als in Deutschland. Interessenten sollten sich darum unbedingt auf einschlägigen Gebrauchtwagenplattformen über aktuelle Preise informieren. Wer im Ausland einen Wagen sucht, sollte außerdem besonders auf die Ausstattungsmerkmale achten. Oftmals sind diese in den dortigen Wagen nicht im selben Umfang wie in Deutschland enthalten. Zudem ist es wichtig, dass am Wagen selbst keine großen Veränderungen vorgenommen worden sind. Ansonsten könnte es Probleme mit dem deutschen TÜV geben.
 
Keinesfalls sollte man keinen Kaufvertrag unterschreiben, den man nicht zu 100 Prozent versteht. Gerade bürokratisches Vokabular ist allerdings oft schwer verständlich. Deshalb ist es eine gute Idee, einen neutralen Dolmetscher oder Übersetzer heranziehen. Dieser sollte aber nicht vom Verkäufer vermittelt werden. Wurde der Wagen gekauft und soll nach Deutschland überführt werden, ist es in der Regel besser, ihn auf einem Anhänger zu transportieren. So spart man sich zusätzliche Kennzeichen, die in Deutschland sowieso umgemeldet werden müssten.
 
Besonders wichtig bei den Preisverhandlungen ist es, die Steuer nicht zu vergessen. Bei Gebrauchtwagen aus dem Ausland muss dort keine Mehrwertsteuer gezahlt werden, allerdings wird sie fällig, wenn der Wagen nach Deutschland eingeführt wird. Schnell wird ein Schnäppchen dann zur teuren Anschaffung. Wer vergisst, die Steuer in Deutschland zu bezahlen, macht sich der Steuerhinterziehung strafbar und kann gehörige Probleme bekommen.
Wo ist ein internationaler Führerschein nötig?
 
Wer mit dem Auto im EU-Ausland unterwegs ist, braucht in der Regel keinen internationalen Führerschein. Die EU-Führerscheinrichtlinie regelt, dass die Dokumente sämtlicher Mitgliedsstaaten in der gesamten Europäischen Union anerkannt werden. Allerdings kommt es in Österreich und Kroatien dennoch ab und an zu einer unberechtigten Erhebung von Bußgeldern ohne internationalen Führerschein. Außerhalb der EU sollte man immer einen internationalen Führerschein mit sich führen. Dieser kann in Deutschland für wenig Geld beantragt werden und ist zwei Jahre gültig.
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