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Vereinigte Staaten von Amerika: Von der Kolonialzeit bis zum Bürgerkrieg

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Unabhängigkeit und Verfassung (1763-1789)

Der Konflikt mit Großbritannien entzündete sich an der Forderung der Kolonisten nach freiem Handel und dem Versuch der Krone, durch neue Steuern (Stamp Act 1765) und Zölle (Sugar Act 1764) mehr Geld aus den Kolonien zu ziehen, um die Kosten des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) auszugleichen. Die Kolonisten wollten der Mehrbelastung nur nachkommen, wenn sie größere politische Mitspracherechte erhielten ("No taxation without representation"). Die Weigerung des britischen Parlamentes zog 1767 zunächst einen Handelskrieg nach sich. Die Konfrontation spitzte sich durch das von britischen Truppen verübte "Boston-Massaker" 1770 und die "Boston Tea Party" 1773 (Vernichtung von Tee durch Kolonisten) zu und gipfelte in der Konstituierung des 1. Kontinentalkongresses von zwölf Kolonien 1774, der den Boykott bekräftigte, aber noch keine Abspaltung vollzog.

Erst Unruhen bei Boston und das Vorgehen britischer Truppen gegen amerikanische Milizionäre bei Lexington 1775 stärkten auf dem 2. Kontinentalkongress separatistische Bestrebungen. George Washington (*1732, 1799) wurde zum Oberbefehlshaber ernannt. König Georg III. (1760-1820) wollte nicht verhandeln, sondern erließ Ende 1775 ein totales Handelsembargo gegen die Kolonien, die am 4.7.1776 ihre Unabhängigkeit verkündeten und 1778 Unterstützung durch Frankreich erfuhren. Nach der Kapitulation 1781 musste Großbritannien im Pariser Frieden 1783 die Unabhängigkeit der USA anerkennen und die Gebiete bis zum Mississippi abtreten.

Elf der 13 Staaten gaben sich zwischen 1776 und 1780 freiheitliche, republikanische Verfassungen, die auf den Prinzipien der Volkssouveränität und der Gewaltenteilung beruhten. Mit Ausnahme Pennsylvanias bestand das Parlament aus zwei Kammern, das Wahlrecht war meist durch Eigentumsklauseln beschränkt. 1777 schlossen sich die Staaten durch die "Articles of Confederation" zu einem lose organisierten Staatenbund mit schwacher Zentralgewalt zusammen, der erst 1781 nach dem Sieg über die Briten bei Yorktown in Kraft trat. Nach Auseinandersetzungen über die zukünftige Staatsform einigten sich die Delegierten der Einzelstaaten auf der Philadelphia-Konferenz 1787 auf die neue, noch heute gültige Verfassung mit einer strafferen bundesstaatlichen Organisation sowie ihren beiden Hauptorganen Präsident und Kongress. Ergänzt wurde sie 1789 durch einen Grundrechtekatalog (Bill of Rights), der 1791 in Kraft trat.

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