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Urlaub in Griechenland?

Im Urlaubsparadies Griechenland sind schwere Zeiten angebrochen. Ist das ein Grund, die Ferien lieber woanders zu verbringen?

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Weniger deutsche Touristen

Und noch eine Sprache hört man in Griechenlands Ferienorten seltener als in den Vorjahren: Deutsch. Die allgemeine Finanzkrise in Griechenland hat viele Deutsche in diesem Jahr bewogen, ihren Urlaub lieber in einem anderen Land zu verbringen. Die Angst, durch einen Fluglotsenstreik im Land festzusitzen, vor leeren Geldautomaten zu stehen oder gar zu erleben, dass das gebuchte Hotel pleite macht, treibt die Deutschen in krisensichere Feriengebiete in Spanien, Italien oder der Türkei.

Warnungen von Reiseexperten und Juristen schürten vor allem im Frühjahr diese Ängste. Der Touristik-Konzern TUI riet im Mai – als die Proteste gegen die Sparmaßnahmen in Griechenland besonders heftig kochten ­– dazu, für alle Fälle genügend Bargeld nach Griechenland mitzunehmen, falls der Euro-Austritt während der Urlaubszeit erfolge und Engpässe bei der Versorgung mit Drachmen entstünden. Reiseexperten warnten vor der frühen Buchung von Fähr- oder Flugtickets bei griechischen Gesellschaften – auch diese Unternehmen könnten in der Zwischenzeit den Geschäftsbetrieb einstellen. Und das Auswärtige Amt empfiehlt Griechenland-Urlaubern, sich für alle Fälle von Menschenansammlungen und Demonstrationen fernzuhalten.

Aber die Furcht vor Störungen ihrer verdienten Urlaubsruhe ist nicht der einzige Grund, warum mancher Deutsche bei der Buchung eines Griechenlandurlaubs zögert. Durch Medienberichte aufgeschreckt befürchten sie, dass sie nach den rigiden Sparvorgaben Angela Merkels in Griechenland nicht mehr willkommen sind. Brennende Deutschlandfahnen auf griechischen Demonstrationen, Fotomontagen in griechischen Zeitungen, die Angela Merkel in Nazi-Uniform zeigen – die Bilder, die uns in den vergangenen Monaten aus Griechenland erreicht haben, erwecken den Anschein, dass deutsche Urlauber zurzeit nicht gerade Spitzenplätze in der Gunst der Griechen belegen.

„Das ist Unsinn“, stellt Kostas Filipidis klar. „Wir können sehr gut zwischen der Politik und dem persönlichen Kontakt unterscheiden.“ Ressentiments gegenüber deutschen Touristen hält er für unwahrscheinlich. „Wir hatten immer gute Beziehungen mit den Deutschen, die in Griechenland Urlaub gemacht haben. Daran ändert auch die Krise nichts.“

 

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Von wissen.de-Redakteurin Alexandra Mankarios
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Schwere Zeiten im Urlaubsparadies

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