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Urlaub in Coronazeiten: Was muss man beachten?

Die Sommerferien nahe und damit die Urlaubszeit. Aber wohin kann man in Zeiten der Corona-Pandemie überhaupt noch fahren? Noch ist nicht klar, welche europäischen Länder ab wann ihre Grenzen wieder für deutsche Touristen öffnen – und unter welchen Bedingungen dann der Urlaub stattfindet. Unter anderem deshalb entscheiden sich in diesem Jahr viele Deutsche für Ferien in heimischen Gefilden. Wir erklären, was wo geht und was man bei der Urlaubsplanung momentan beachten muss.

Touristen in Rom während der Corona-Pandemie
Noch ist nicht klar, welche Länder ab wann ihre Grenzen wieder für deutsche Touristen öffnen – und unter welchen Bedingungen der Urlaub dann stattfindet. Niemand in scharf darauf, einen Teil seiner Ferien in Quarantäne zu verbringen.

Wer einen Urlaub plant, ist zurzeit mit einer unübersichtlichen, sich nahezu täglich verändernden Lage konfrontier – vor allem wenn es ins Ausland gehen soll. So gilt noch bis 14. Juni eine offizielle weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Nach dieser sollten bis dahin alle nicht unbedingt nötigen Reisen ins Ausland vermieden werden. Touristen wird dringend abgeraten, Urlaubsreisen ins Ausland zu unternehmen. Ob und in welcher Form es danach noch Reisewarnungen für bestimmte Länder geben wird, ist bislang unklar.

Einreiseverbote und Quarantäne

In einigen Ländern, darunter Italien und der Türkei, gilt noch ein striktes Einreiseverbot auch für Deutsche. Bisher ist daher eine Einreise in diese Länder nicht möglich. Es wird aber erwartet, dass sich dies schon in Kürze ändert – auch weil gerade diese Länder stark vom Tourismus leben. Vertreter der Bundesregierung verhandeln bereits mit diesen Ländern, wie Richtlinien für einen möglichst sicheren Urlaub aussehen könnten. Ob und wann dies aber wieder möglich sein wird, richtet sich auch nach den Covid-19-Fallzahlen in den jeweiligen Ländern.

Für Österreich, die Schweiz und Frankreich sollen alle Reisebeschränkungen am 15. Juni 2020 aufgehoben werden. Ab dann können dann auch wieder Reisende, die nicht beruflich unterwegs sind, die Grenzen passieren.  Geschlossene Grenzen gibt es auch noch nach Belgien sowie Kroatien und weitere osteuropäische Länder  Wann dort gelockert wird, ist zurzeit noch unklar. Für vermutlich noch längere Zeit gesperrt ist auch die Einreise in die USA

Ein weiteres Problem: Bisher müssen Reisende bei vielen Länder damit rechnen, dass sie nach Ankunft erst einmal 14 Tage in Quarantäne geschickt werden – das gilt zurzeit unter anderem für Spanien und Griechenland. Die Außenminister der EU verhandeln aber bereits darüber, wann und unter welchen Bedingungen diese Quarantäne aufgehoben wird. Griechenland hat angekündigt, ab 1. Juli wieder ausländische Reisende ins Land zu lassen.

Bisher galt zudem für alle Rückkehrer aus anderen Ländern nach Deutschland ebenfalls eine zweiwöchige Quarantäne. Diese ist jedoch seit Mitte Mai aufgehoben.

Kreuzfahrtschiffe im Port of Miami
Die meisten Kreuzfahrtanbieter haben ihre Flotten stillgelegt.

Was ist mit Pauschalreisen?

Wer eine Pauschalreise für den Sommerurlaub im Ausland buchen möchte, muss sich zurzeit noch etwas gedulden. Denn die meisten Reiseveranstalter bieten bis mindestens Mitte Juni keine Reisen an. Zudem sind die meisten Flugverbindungen in die klassischen Urlaubsländer bislang noch gestrichen. Lufthansa und einige Billigflieger wollen im Laufe des Juni aber nach und nach wieder Verbindungen ins Ausland aufnehmen. Ryanair will am 1. Juli wieder mit rund 40 Prozent der Flüge starten.

Kreuzfahrten sind zurzeit gar nicht möglich und werden möglicherweise noch längere Zeit nicht buchbar sein. Die meisten Anbieter haben ihre Flotten stillgelegt – auch weil immer wieder Infektionen an Bord aufgetreten sind.

Wer dennoch ins Ausland will und beispielsweise für den Spätsommer oder Herbst buchen möchte – und es beim Anbieter kann - sollte in jedem Fall darauf achten, dass eine Stornierung der Reise bis wenige Tage vor Abflug oder Abfahrt möglich ist. Denn bisher ist nicht vorhersehbar, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickeln wird.

Mann mit Atemschutzmaske im Pool
Abstand auch im Pool. Die Zahl der Hotelgäste muss aus Gründen des Infektionsschutzes fast überall reduziert werden. Das bedeutet allerdings auch, dass die verfügbaren Unterkünfte schnell ausgebucht sein dürften.

Urlaub in Deutschland – was geht?

Angesichts der schwierigen und schwer vorhersehbaren Lage im Ausland entscheiden sich in diesem Jahr viele Menschen, stattdessen in Deutschland Urlaub zu machen. Das bedeutet allerdings auch, dass die Unterkünfte schnell ausgebucht sind – zumal die Zahl der Gäste aus Gründen des Infektionsschutzes reduziert werden muss. Schon jetzt scheint klar, dass die Kapazität der innerdeutschen Urlaubsgebiete wahrscheinlich nicht ausreichen wird.

Spitzenreiter unter den Wunschzielen sind dabei die deutsche Nord- und Ostseeküste oder die Berge. „Derzeit erarbeiten die Regionen Hygienekonzepte für Strandbesucher, so dass ein Badeurlaub im Sommer möglich ist“, sagt Birgit Dreyer von der ERGO Reiseversicherung. „Kontaktarmer Wassersport wie surfen, kiten oder angeln ist aber bereits jetzt wieder gestattet.“ Reisende, die es in die Berge zieht, sollten sich vorab über die Öffnung von Gastbetrieben und Almen am Berg informieren und gegebenenfalls ausreichend Proviant auf Bergtouren mitnehmen.  

Was muss ich beim Campingurlaub beachten?

Eine in diesem Jahr besonders beliebte Alternative zum Hotel oder zur Ferienwohnung ist der Campingurlaub sein. Allerdings gilt auch hier: Wer diesen Sommer einen Camping-Urlaub plant, sollte unbedingt vorab einen Platz reservieren. Denn die meisten Plätze müssen sich an Auslastungs-Regularien halten. Das bedeutet, dass die Betreiber ihre Campinganlagen nur bis zu 50 oder höchstens 70 Prozent der maximalen Kapazität belegen dürfen. Eine spontane Reise ohne vorherige Reservierung eines Platzes wird in diesem Jahr kaum möglich sein.

"Reisende, die sich für einen Campingurlaub entscheiden, sollten sich vorab beim Betreiber des Platzes Informationen über coronabedingte Regularien einholen", erklärt Dreyer. "In vielen Bundesländern müssen beispielsweise die Waschhäuser am Campingplatz vorerst noch geschlossen bleiben. Daher werden je nach Bundesland erst nur Wohnmobil- oder Caravanreisende mit eigener Sanitäranlage an Bord empfangen."

NPO, 22.05.2020
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