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Unwort des Jahres 1993: "Überfremdung"

Deutschland könne nicht als "kollektiver Freizeitpark" organisiert werden, schalt Helmut Kohl im Krisenjahr 1993 die Deutschen, von denen sich in den Augen des Kanzlers viele in ihrer Untätigkeit wohlfühlten. Diese Formulierung des Pfälzers, der nur vier Jahre zuvor den positiv besetzten Begriff der „blühenden Landschaften“ geprägt hatte, sorgte in der Gesellschaft für deutsche Sprache für heftige Kontroversen. Und zwar derart, dass sich im Folgejahr die Jury "Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres" von der GfdS unabhängig machte. Seitdem ist sie die an der Goethe-Uni in Frankfurt angesiedelte Jury die Instanz der deutschen Unwörter. 1993 entschied man sich im Übrigen gar nicht für den "kollektiven Freizeitpark", sondern kürte die Formulierung "Überfremdung" zum Unwort des Jahres, da es als Scheinargument gegen den Zuzug von Ausländern benutzt worden sei.

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von Susanne Böllert, wissen.de
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