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Tschechoslowakei

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1526 fiel das Königreich Böhmen im Erbgang an das Haus Habsburg. Die Revolte des böhmischen protestantischen Adels gegen Habsburg, die 1618 den Dreißigjährigen Krieg auslöste, wurde niedergeschlagen. Die seit dem Mittelalter lebendige tschechische Nationalkultur wurde für ein Jahrhundert zurückgedrängt. Im 18. Jahrhundert setzte mit zunehmender Abgrenzung vom deutschen Kulturleben ein neuer Aufschwung ein. Ein neues tschechisches Nationalbewusstsein erwachte und fand im 19. Jahrhundert politischen Ausdruck in der Forderung nach Autonomie im Rahmen der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Sehr viel einförmiger verlief die slowakische Geschichte. Die Slowakei wurde im 11. Jahrhundert ein Bestandteil des Köngreiches Ungarn und blieb es bis 1918, ohne jemals irgendwelche Sonderrechte zu genießen. Eine Schicht ungarischer Großgrundbesitzer beherrschte das weithin bäuerliche Land. Erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts gab es eine slowakische Schriftsprache. Bescheidene Ansätze einer Nationalbewegung wurden von den ungarischen Behörden unterdrückt.

Der Erste Weltkrieg offenbarte die Brüchigkeit der Donaumonarchie. Tomáš Masaryk (1850-1937) und Edvard Beneš (1884-1948), die an die Spitze der tschechischen Nationalbewegung getreten waren, verwarfen die Autonomieforderung und strebten die volle Unabhängigkeit an. Mit Vertretern der slowakischen Bewegung einigten sie sich auf einen gemeinsamen tschechisch-slowakischen Staat. Sie gewannen die Unterstützung der Westalliierten für ihre Ziele, so dass noch vor dem Kriegsende am 28.10.1918 die Unabhängigkeit ausgerufen und wenig später die Tschechoslowakische Republik (CSR) mit Masaryk als erstem Präsidenten proklamiert werden konnte. Die Slowakei und die Karpato-Ukraine mussten den Ungarn mit militärischer Gewalt und alliierter Hilfe entrissen werden; sie waren erst im Juli 1919 endgültig in der Hand des neuen Staates.

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