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Tomaten am Südpol: Das erste Gewächshaus der Antarktis

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Februar 2015: Jeden Sonnenstrahl nutzen

Dass bei den vorherrschenden Wetterwidrigkeiten sowie der geringen Lichtintensität überhaupt Pflanzen wachsen können, liegt an der besonderen Beschaffenheit der Scheiben aus Plexiglas® Alltop: Es lässt die für die Pflanzen überlebenswichtigen Strahlen besonders gut durch. Denn als Faustregel im Gemüseanbau gilt: Ein Prozent mehr Licht sorgt für ein Prozent mehr Pflanzenwachstum.

Innenansicht des Antarktis-Gewächshauses.
Innenansicht des Antarktis-Gewächshauses.

Trotz der 16 Millimeter dicken Hohlkammerplatten, die für eine gute Wärmeisolierung sorgen, lassen die Gewächshaus-Scheiben immerhin noch 91 Prozent des Sonnenlichts nach innen  durch. "Die hohe Lichtausbeute gewährleistet nicht nur ein schnelleres Wachstum der Kulturen, ein hoher UV-Anteil lässt Blütenfarben zudem intensiver werden", erläutert Wang. "Durch eine gute Wärmedämmung geht darüber hinaus kaum Energie verloren."

März 2015: Frische Tomatensuppe am Südpol

Auf 50 Quadratmeter stehen den chinesischen Wissenschaftlern der Great-Wall-Station seit einem halben Jahr nun täglich frische Tomaten, Gurken, grüner Pfeffer, Salat sowie verschiedene Kräuter zur Verfügung. Das Gemüse wurde von den Forschern, die sehr lange auf frische Kost verzichten mussten, begeistert angenommen. Sie haben das Glück, in einem frostigen Land, das von bizarren Mikroben beherrscht wird, heute eine Tomatensuppe mit frischem Pfeffer und Kräutern essen zu können.

"Es klingt mehr als abenteuerlich, wenn man bedenkt, dass wir es geschafft haben, Menschen in einem Land, in dem maßlose und extremste Dürre herrscht, mit frischem Gemüse zu versorgen", sagt der Projektleiter erfreut. Aufgrund des großen Erfolges des ersten Gewächshauses in der Antarktis ist bereits ein zweites Treibhaus in Planung. Dieses soll Wissenschaftlern auf einer der weiteren Forschungsstationen, der Zhangshan Research Station weiter im Inneren des riesigen Eiskontinentes, versorgen.

ABOPR/ Evonik, 10.12.2015
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