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Tod aus der Luft – die neue Kriegsdimension

Deutschland und der Bombenkrieg

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Die deutsche Luftwaffe musste auf Bombenangriffe umstellen, wobei erstmals in großem Stil das stattfand, was wir seitdem unter Luftkrieg im engeren Sinn verstehen: den Versuch, den Feind durch unterschiedslosen Bombenterror ohne genaue Zielgebung und ohne Rücksicht auf unschuldige Opfer in die Knie zu zwingen. Das ging schon in dieser Frühphase gegen London oder Coventry schief und brachte auch dann nicht die erhofften Erfolge, als die Alliierten mit vielfacher Bombenlast gegen deutsche Städte wie Köln, Hamburg oder schließlich Dresden zurückschlugen. Die Moral der Zivilbevölkerung war so nicht zu brechen, im Gegenteil: Das Inferno der Bombennächte steigerte eher Erbitterung und Durchhaltewillen.

Die Engländer schlagen zurück

Die Royal Airforce (RAF) führte den deutschen Misserfolg bei der Battle of Britain (Luftschlacht um England) 1940/41 auf zu geringen Mitteleinsatz zurück und verstand nicht, dass das Konzept des Krieges gegen die Zivilbevölkerung überhaupt verfehlt war. Bei der britischen Gegenoffensive, geführt vom Bomber Command, sollte daher möglichst massiv zugeschlagen werden. Das gestaltete sich schwieriger als erwartet, denn für die englischen Besatzungen galt es nicht bloß, den Ärmelkanal zu überspringen, sondern weite Anmarschwege bis über das Reichsgebiet zu bewältigen, was vielfältige Probleme aufwarf. Insbesondere fehlte es an Begleitjägern mit entsprechender Reichweite sowie an einem leistungsfähigen Navigationssystem. Die anfänglichen Angriffe litten daher unter Zielungenauigkeit und brachten schwere Verluste.

Erst als Anfang 1942 Arthur Harris, ein zu allem entschlossener Luftkrieger, das Kommando über die britischen Bomber übernahm, kam eine freilich wenig erfreuliche Dynamik in die Planungen. »Bomber«-Harris, so der Kriegsname des gefürchteten Mannes, war Kampfflieger und daher eher ein Befürworter von Tagesangriffen auf Punktziele. Zum einen aber hatte sich die britische Führung bereits auf weniger riskante nächtliche Operationen festgelegt, zum anderen reichten die Mittel zunächst für eine erfolgreiche Strategie der Präzision nicht aus, weder navigatorisch noch vom Jagdschutz her. So kam es nicht nur zur Nacht-Offensive, sondern auch zu den wahllosen Teppichbombardements gegen Wohn- und Industriegebiete.

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