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Thermografie: Wärmeblick auf das Haus

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Beratungsgespräch
Thermografieaufnahmen sind vor allem im Zuge einer Energieberatung sinnvoll.
Ein Fall für Fachleute

Ist alles bereit für das Wärmebild, stellt sich die Frage: Wer machts? Experten raten hier: Am besten lässt man die Thermografie-Aufnahmen von Fachleuten mit entsprechenden Kenntnissen machen. Denn um alle Schwachstellen erkennen zu können, braucht es Fachkenntnisse in der Bauphysik, Konstruktion und Messtechnik.

"Die Fotos sind nicht selbsterklärend und geben uns auch keine Handlungsempfehlungen", sagt Frank Hettler. "Sie zeigen erst einmal nur bestimmte Defizite der Gebäudehülle auf." Welche Sanierungsmaßnahmen nach einer Thermografie daher tatsächlich nötig und sinnvoll sind, können oft erst die Fachleute einer ganzheitlichen Analyse feststellen. Wird diese im Zuge einer Energieberatung durchgeführt, gibt es sogar finanzielle Förderung vom Staat.

Handy mit Infrarot-Kameraaufsatz
Die Auflösung von Bildern, die mit Hilfe von Handyaufsätzen erstellt wurden, ist meist viel zu gering, um belastbare Aussagen treffen zu können.
Finger weg von Billigangeboten und Handyaufsätzen

Vor Billigangeboten aus Internet und Hauswurfsendungen raten die Experten daher ab. Während die Leistung von Fachkundigen bei kleineren Objekten mit 400 bis 600 Euro zu Buche schlägt, gibt es die vermeintlichen Schnäppchen bereits für rund 100 Euro. "Solche Angebote sind in der Regel unseriös", sagt Hettler. Bei einem solchen Preis könne keine Fachkraft die Kosten decken und gleichzeitig gute Arbeit abliefern. Die Vorbereitung, Prüfung der Bedingungen, Messung und Auswertung benötigt mehrere Stunden.

Zudem kommt es regelmäßig es vor, dass Billigthermografen die Farbwiedergabe falsch eingestellt haben. Dann wird beispielsweise aus einem Grün oder Blau ein Orange oder Rot, aus einer gut gedämmten Fassade eine schlecht gedämmte, und auch Reflexionen von Gläsern können falsch interpretiert werden. Die Folge: Hauseigentümer werden bei dem Termin zu anschließenden Sanierungsmaßnahmen überredet, die wenig bringen oder im Extremfall sogar schaden.

Auch Handyaufsätze halten nicht das, was sie versprechen. Inzwischen gibt es Aufsätze für unter 250 Euro. Die Auflösung der Bilder ist jedoch meist viel zu gering, um für Gebäude belastbare Aussagen treffen zu können. Hinzu kommt: Professionell erstellen und interpretieren können Laien die Bilder meist nicht, geschweige denn entscheiden, welche Maßnahmen danach nötig sind. Das Geld sollte daher besser in qualifizierte Thermografen investiert werden.

Zukunft Altbau / PR Solar Consulting, 23-01-2017
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