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Thanksgiving: Erntedankfest der Pilgerväter

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Macy's Thanksgiving Day Parade in New York
Der Einzug von Santa Claus ist der Höhepunkt der "Macy's Thanksgiving Day Parade" in New York.
Truthahn, Dankesgebet und Parade

Anders sah der Festschmaus angeblich bei den Pilgervätern aus: Sie sollen unter anderem Truthahn, Süßkartoffeln und Mais verspeist haben – diese Lebensmittel kommen deshalb bis heute beim traditionellen Thanksgiving-Essen auf den Tisch. Das Herzstück der Mahlzeit ist dabei der gebratene und gefüllte Truthahn. Neben Süßkartoffeln und Mais werden dazu häufig Beilagen wie Cranberry-Soße, Erbsen und Kürbis gereicht. Als Nachspeisen sind Apfel- und Kürbiskuchen beliebt.

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So sehen Sieger aus: Wer nach dem Zerren am Gabelbein mit dem größeren Knochenstück dasteht, hat einen Wunsch frei.
Doch das üppige Essen ist nicht alles, was Thanksgiving ausmacht. In vielen Familien wird das Mahl von einem gemeinsamen Gebet oder Danksagungen Einzelner begleitet, bei denen jeder der Reihe nach sagt, wofür er in diesem Jahr besonders dankbar ist. Zur Tradition gehört bei vielen auch das Auseinanderziehen des getrockneten Gabelbeins des Truthahns, dem sogenannten "Wishbone". Zwei Festteilnehmer ziehen dabei mit dem kleinen Finger an dem Knochen, bis er auseinanderbricht. Der, dessen Stück größer ist, hat einen Wunsch frei. Die traditionelle "Macy’s Thanksgiving Day Parade" lockt die Menschen am Feiertag aus Küche und Wohnzimmer vor den Fernseher oder auf die Straßen. Sie findet jedes Jahr in New York City statt und wird vom Sender NBC übertragen.

Harry Trumnan bei der ersten National Thanksgiving Turkey Presentation
Die National Thanksgiving Turkey Presentation zähl mittlerweile zum mittlerweile zum Brauchtum des Weißen Hauses.

Harry Truman wurde angeblich als erstem Präsidenten ein Truthahn verehrt. Ob dies der Urspung der Zeremonie war, ist aber nich abschliessend geklärt.

Begnadigung statt Ofen

Seit der Amtszeit von Harry Truman gehört auch eine präsidiale Truthahn-Zeremonie zum Thanksgiving-Brauchtum. Bei dem Festakt nimmt der US-Präsident traditionell Truthähne von der Geflügelindustrie entgegen – und seit George Bush senior bewahrt er die Tiere bei dieser Gelegenheit vor dem Ofen. Welcher von zwei geschenkten Vögeln dabei der nationale Thanksgiving-Truthahn werden soll, bestimmen die Amerikaner via Internetabstimmung. Vom Präsidenten begnadigt werden tatsächlich aber beide Truthähne, nicht nur der Sieger.

Turkey Pardon 2015 mit Präsident Obama
Während frühere US-Präsidenten die Truthähne schon einmal verzehrt haben sollen, werden sie heutzutage in einem offiziellen Akt begnadigt.

Auch der Tag nach Thanksgiving ist in den USA ein besonderer: Der sogenannte "Black Friday" gilt als der erste Weihnachtsshopping-Tag. Der Einzelhandel gewährt an diesem Tag hohe Rabatte und soll bei den Menschen die Kauflaune wecken. Der Wirtschaft gilt der Freitag nach dem Feiertag deshalb als wichtiger Stimmungsindikator für das kommende Weihnachtsgeschäft.

DAL, 24.11.2016
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