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Teekesselchen - das Spiel mit den Doppelbedeutungen

Audio-Podcast 27 zum Nachlesen

Herzlich willkommen zu Ohrensausen! Dem Winter gute Seiten abzugewinnen ist oft gar nicht so einfach. Insbesondere, wenn es draußen windet und stürmt, regnet und nieselt, kalt ist und unfreundlich. Und doch hat diese Jahreszeit einen unglaublich positiven Aspekt: Drinnen wird’s umso gemütlicher. Und: Man muss sich etwas zu Unterhaltung einfallen lassen. Im Winterhalbjahr – so wage ich zu behaupten – wird weit mehr als zu anderen Jahreszeiten gelesen, gepuzzlet und gespielt! Und weil die besten Spiele keine Vorbereitung, kein Spielbrett und keine Technik benötigen, ist „Teekesselchen“ eines der beliebtesten Spiele der Deutschen. Gut für die Bildung obendrein. Also: Spielen Sie mit!

Das Spiel und die Regeln

Sollte Ihnen dies kurzweilige und lehrreiche Spiel noch nicht begegnet sein, hier eine kurze Beschreibung. Mindestens zwei Spieler braucht man dafür. Sind es mehr, können Gruppen gebildet werden. Eine Seite überlegt sich gleich lautende Wörter verschiedener Bedeutungen, z. B. das Wort „Krippe“. Diese Worte heißen in der Fachsprache „Homonyme“ oder „Polyseme“. Der Wort-Geber umschreibt seinen Begriff anhand der unterschiedlichen Bedeutungen, die „Krippe“ also z.B.: „Aus meinem Teekesselchen fressen Tiere und drin sind Kinder.“ „Das Jesuskind lag drinnen und es gibt Spielzeug.“ „Man stellt es im Winter für Wildtiere auf und Kinder gibt man auch im Sommer dort hin.“ Mit so wenigen Erklärungen wie möglich versucht der Mitspieler den Begriff zu erraten. Die Rolle von Wort-Geber und –Rater wechseln. Am Ende gewinnt, wer die wenigsten Erklärungen zur Lösung bedurfte.


Das Spiel und seine Herkunft

Herrlich rätselhaft ist beim Teekesselchen-Spiel nicht nur das Spiel. Auch sein Name selbst gibt Rätsel auf. Vermutungen zufolge stammt die Spielidee aus England, wo man die Lösungen auf kleine Zettel schrieb und diese in Teekesseln verbarg. Vielleicht, weil die gerade für den Five-O-Clock-Tee in greifbarer Nähe standen?
Ein anderer Erklärungsansatz meint, dass die Menschen, die die Umschreibungen der Worte formulieren miteinander scheinbar so viel gemeinsam haben, wie ein Teekessel mit einem anderen: Äußerlich nichts, aber dem Inhalt nach durchaus.

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von Barbara Steiger, wissen.de
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