wissen.de
Total votes: 133
wissen.de Artikel

Tee – mild und magisch

Der Aufgussgenuss

Etwas Warmes braucht der Mensch, Kännchen Tee gefällig? Liebhaber des vornehmlich asiatischen Getränks können in Deutschland unter Tausenden von Sorten auswählen und auch mal 400 Euro pro 100 Gramm auf den Tisch blättern. Was ist das Besondere am Tee? Und wie genießen ihn die Menschen hier und dort? Eine kleine Einführung in die Welt eines zauberhaften Tranks.

Blatt gegen Bohne

Wer in Frankreich einen Kaffee ausschlägt und stattdessen Tee verlangt, erntet einen scheelen Blick oder wird bestenfalls gefragt, ob er krank sei. Nun, ganz so schlimm ist es hierzulande nicht. Dafür aber haftet Teetrinkern in manchen Augen noch das verstaubte Image vom Räucherstäbchenrauch umnebelten Ökohippie im Norwegerpulli an. Gegen Kaffee scheint sich Tee auf dem westeuropäischen Festland – mit wenigen Ausnahmen – nicht recht durchsetzen zu wollen. Dabei hat das Blatt aus Asien einiges zu bieten, möglicherweise mehr als die Bohne aus Afrika und Südamerika. In Fülle an Aromen und Sortenreichtum liegt es schon mal vorn. „Während Kaffee ein Getränk für viele ist, sprechen unterschiedliche Formen von Tee unterschiedliche Lebensgefühle, Charaktere und Mentalitäten an“, sagt Esin Rager vom Teeversand Samova in Hamburg. Das zeige sich auch an den zahlreichen kulturellen und religiösen Zeremonien, in die der rituelle Gebrauch von Tee eingebunden sei. Darunter die uns bekannteste ist wohl die japanische Teezeremonie, die durch ihren meditativen Ablauf den Teilnehmer zur inneren Einkehr bewegen soll.

Frau trinkt Tee
Tee: Getränk für Genießer

Gerade an kalten Wintertagen steigert eine Tasse Tee das Wohlbefinden erheblich.

Dass Tee eher dem besinnlichen Moment dient als nur, um mal eben die Müdigkeit zu vertreiben, liegt an seiner besonderen Wirkungsweise. Im Gegensatz zum Kaffee greift hier das enthaltene Koffein – landläufig auch als Thein bezeichnet – sehr verzögert und klingt auch langsamer wieder ab. „Tee ist ein entschleunigendes Getränk“, erklärt Rager. „Er regt sanfter an und belastet den Kreislauf nicht so sehr.“ Das mag erklären, warum nach dem Genuss von Tee das Loch ausbleibt, in das man häufig fällt, wenn die Tasse Kaffee aufgehört hat zu wirken.

Zudem enthält Tee als zweiten wichtigen Wirkstoff Tannin – Gerbsäure. Die beruhigt, löst sich jedoch erst nach der dritten bis vierten Minute. Daher auch die Faustregel, Tee solle bis zu drei Minuten ziehen, um anzuregen, und länger, um zu beruhigen. Allerdings verschwindet dadurch nicht das Koffein. Wer hierauf anfällig reagiert, den beruhigt auch kein Tee, der zehn Minuten gezogen hat.

 

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
von wissen.de-Autor Jens Ossa
Total votes: 133