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Szenenwissen – Woher weiß ich, wo ich suchen muss?

Im Alltag denken wir gar nicht darüber nach: Instinktiv wissen wir, dass Flugzeuge und Sterne am Himmel zu finden sind, ein menschliches Gesicht meist etwa auf unserer Augenhöhe liegt und dass die Milch auch in einer fremden Wohnung höchstwahrscheinlich im Kühlschrank steht. Aber warum? Für diese instinktive Zuordnung sorgt unser sogenanntes "Szenenwissen". Wie das funktioniert, untersuchen Frankfurter Forscher.

Frau durchsucht Kühlschrank
Dank unseres Szenenwissens kennen wir die typische Anordnung der meisten Dinge.

Wer in einem fremden Haushalt nach der Milch sucht, weiß, dass er in die Küche gehen, den Kühlschrank öffnen und in der Tür suchen muss. Geschirr dagegen suchen wir entweder auf dem Tisch oder im Schrank. Wollen wir ein Flugzeug erspähen, blicken wir dagegen meist instinktiv nach oben. Schon Säuglinge und Kleinkinder lernen, welche Objekte sie üblicherweise an welcher Stelle im Raum finden. Forscher nennen dies "Szenenwissen".

Alles hat seinen Platz

„Die meisten Menschen halten die Leichtigkeit, mit der sie sich in ihrer Umgebung zurecht finden, Objekte wahrnehmen und mit ihnen interagieren, für selbstverständlich“, sagt die Kognitions-Psychologin Melissa Vo von der Goethe-Universität Frankfurt. Doch selbstverständlich ist das keineswegs. Wir verdanken dieses instinktive Verstehen der räumlichen Zusammenhänge einem Wissen, das wir in der frühen Kindheit erworben haben und das unsere reine Wahrnehmung ergänzt.

Wir haben früh gelernt, dass der Aufbau unserer Umgebung und von Handlungsszenen bestimmten Gesetzmäßigkeiten folgt. Zur Wahrnehmung kommt damit das Wissen über die Anordnung von Gegenständen im Raum. So ruhen die meisten Gegenstände auf einer horizontalen Ebene – das bewirken schon die Gesetze der Schwerkraft.

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NPO / Goethe-Universität Frankfurt am Main
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