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WAHRIG SYNONYMWöRTERBUCH

Von Köpfen und Köpfchen

Synonyme für Kopf sind Schädel und das gehobene Wort Haupt. Derb umgangssprachlich benutzt man Ausdrücke wie Rübe, Dez, Birne, Kürbis, Dach oder Ballon. Bei Oberstübchen wird Kopf mit der Konnotation »geistige Fähigkeiten« verbunden. Die zentrale Bedeutung des Kopfs als Träger der wichtigsten Sinnesorgane des Menschen spiegelt sich in zahlreichen Redensarten, in denen der Kopf als Körperteil oder im Sinn der mit ihm verknüpften Funktionen erscheint. Von der Vorstellung des Organismus ist die Bedeutung von Kopf als Anführer oder Chef einer Gruppe abgeleitet. Auf das geistige Potenzial zielt der Ausdruck die besten Köpfe des Landes.
Den Kopf voll haben heißt »an viel denken müssen« oder »sich große Sorgen machen«. Über etwas sorgfältig nachdenken bedeutet sich etwas durch den Kopf gehen lassen oder sich über etwas den Kopf zerbrechen. Davon kann einem dann auch der Kopf rauchen. Von einem gescheiten Menschen sagt man auch, er sei ein heller/kluger Kopf, nicht auf den Kopf gefallen oder ein helles/kluges Köpfchen. Wer etwas aus dem Kopf weiß, kann es auswendig. Die Tatsachen auf den Kopf stellen heißt »etwas verdrehen«; ein Zimmer auf den Kopf stellen bedeutet, es gründlich zu durchsuchen. Formulierungen wie jemandem den Kopf waschen/den Kopf zurechtsetzen/den Kopf zwischen die Ohren setzen besagen ihm »die Meinung sagen« oder »scharf zurechtweisen«; jemanden vor den Kopf stoßen bedeutet im übertragenen Sinn ihn »verletzen/beleidigen«.
Ist einer wie vor den Kopf gestoßen/geschlagen, so kann er etwas nicht fassen. Auf die mittelalterliche Hinrichtungspraxis der Enthauptung geht die Redensart zurück den Kopf verlieren, die im übertragenen Sinn bedeutet »ganz konfus werden« beziehungsweise »den Überblick verlieren«. Das gilt auch für die Formulierung Kopf und Kragen riskieren, also »Leben/wirtschaftliche Existenz aufs Spiel setzen«.
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