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WAHRIG SYNONYMWöRTERBUCH

schwarz

  1. pechschwarz, rabenschwarz, kohlrabenschwarz, tiefschwarz, nachtschwarz, schwarz wie die Nacht, schwärzlich, nachtfarben, rußfarben
  2. → dunkel
  3. ugs. für: heimlich
  4. konservativ, reaktionär, rechts, fortschrittsfeindlich, den Fortschritt blockierend/behindernd, rückschrittlich, rückständig, restaurativ, rückwärtsgewandt, rückwärtsgerichtet, vergangenheitsorientiert, illiberal, am Bestehenden/Überlieferten festhaltend, auf dem Alten beharrend
  5. → schmutzig

schwarz: Von illegal bis konservativ

Schwarz war ursprünglich nur der Gegensatz zu weiß oder hell. Daraus erklärt sich, dass es sich durch eine Vielzahl von Zusammensetzungen noch verstärken lässt, wie zum Beispiel tiefschwarz, nachtschwarz, pechschwarz, kohlrabenschwarz und sogar die dichterische Zusammenstellung kohlpechrabenschwarz. Metaphorisch steht schwarz als Gegensatz zu »hell« für Blindheit und die Abwesenheit von Erkenntnis; in der Farbsymbolik bezeichnet es als Gegensatz zu »weiß« das Böse, den Zorn, aber auch das Illegale (etwa in Schwarzarbeiter, Schwarzgeld oder Schwarzmarkt). Daraus wiederum ergeben sich eine Reihe von Redensarten. Wer schwarze Gedanken hat, hegt böse Gedanken oder ist traurig.
Eine schwarze Liste verzeichnet Verbotenes oder Missliebiges. Eine schwarze Tat ist eine böse Tat, und einem bösen Menschen wird eine schwarze Seele zugeschrieben. Einen Unglückstag bezeichnet man auch als schwarzen Tag. Schwarzmalen oder etwas in schwarzen Farben malen/schildern/darstellen heißt es schlimmer beschreiben, als es ist. Schwarzsehen ist ein Ausdruck von Hoffnungslosigkeit oder Pessimismus. Etwas schwarzkaufen heißt es auf dem schwarzen Markt kaufen. Dabei steht schwarz für Illegalität. Wer schwarz über die Grenze geht, passiert sie heimlich und womöglich ohne Papiere. Sich schwarzärgern wird sich jemand, der sich sehr ärgert. Jemand, dem schwarz vor Augen wird, fällt in Ohnmacht. Die umgangssprachliche Redensart Du kannst warten, bis du schwarz wirst! bedeutet »Da kannst du lange (und vergeblich) warten«. Jemandem das Schwarze unter den Nägeln nicht gönnen bedeutet, ihm vor Neid und Missgunst nicht das Geringste zukommen zu lassen. Als schwarze Kunst bezeichnet man wegen des Umgangs mit Druckerschwärze die Buchdruckerkunst; schwarze Magie ist Zauberei.
Schließlich kann es auch einen politischen Hintersinn haben, wenn jemand umgangssprachlich als schwarz oder Schwarzer bezeichnet wird: Dann wird er einer konservativen Partei zugeordnet.
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