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WAHRIG SYNONYMWöRTERBUCH

Regionale Varianten des Brötchens

Für den standardsprachlichen Begriff Brötchen gibt es ganz abgesehen von zahlreichen, den Inhalt näher bestimmenden Zusammensetzungen wie Milch, Sesam, Vollkornbrötchen usw. eine ganze Reihe regional verschiedener Ausdrücke, von denen wohl das aus dem Süddeutschen kommende Wort Semmel (von lateinisch simila = »Weizenmehl«) den höchsten überregionalen Bekanntheitsgrad besitzt.
In Teilen Norddeutschlands heißt dieses Gebäck auch Rundstück, im Berliner Raum Schrippe. Der Ausdruck Weck(e) findet sich in Variationen im süddeutschen Sprachgebiet: Weckle im schwäbischalemannischen Raum, Weggla in Franken. In der Schweiz gibt es Weggen und Weggli.
Weckerl sagt man in Österreich ebenso wie Wecken. Kipf und Kipfle sind im Schwäbischen genauso geläufig wie Kipfla im Fränkischen. Zu den landschaftlich eingegrenzten Ausdrücken gehört das oberschwäbische Knauzen, der zugleich ein Hinweis auf die Backart mit Dinkel und Weizenmehl ist. Roggelchen wird im Kölner Raum ein Brötchen aus Roggenmehl genannt, in Berlin ist das ein Schusterjunge.
Auf die Bedeutung von Brötchen als Grundnahrungsmittel zielen der umgangssprachliche Ausdruck Brötchengeber für den Arbeitgeber und die Wendung seine Brötchen verdienen für »arbeiten«. Die ebenfalls umgangssprachliche Redewendung kleine/kleinere Brötchen backen bedeutet dementsprechend »bescheiden werden«, »sich einschränken« und, im übertragenen Sinne, »(nach anfänglicher Prahlerei) kleinlaut werden«.
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