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WAHRIG SYNONYMWöRTERBUCH

faulenzen

nicht arbeiten, nichts tun, die Hände in den Schoß legen, die Zeit totschlagen, sich einen schönen Tag/ein paar schöne Stunden machen, sich die Zeit vertreiben, es sich gutgehen lassen, untätig/arbeitsscheu/faul/müßig sein; ugs.: bummeln, sich auf die faule Haut legen, dem lieben Gott die Zeit stehlen, den Herrgott einen guten Mann sein lassen, den lieben Gott einen frommen Mann sein lassen, Däumchen drehen, blaumachen, schwänzen, keinen Finger rühren, feiern, krankfeiern, rumfreaken, rumhängen

faulenzen: Zwischen Müßiggang und Zeitvertreib

Für die Ausdrücke faul sein, nichts tun, müßiggehen gibt es eine ganze Reihe von Redensarten. Ein Anklang an die Herkunft von faulenzen aus dem mittelhochdeutschen vulezen (= »faulig schmecken«) findet sich in den groben und negativ gemeinten Wendungen vor Faulheit stinken oder stinkend faul sein. Die negative Bewertung von faulenzen mag aus dem christlichabendländischen Arbeitsethos herrühren. Dagegen haben Redensarten wie sich einen schönen Tag/ein paar schöne Stunden machen positive Konnotationen.
Sich die Zeit vertreiben ist ein neutraler Ausdruck, während die Zeit totschlagen ebenso die Assoziation von »Langeweile« beziehungsweise »sinnlosem Tun« hat wie das umgangssprachliche Däumchen drehen. Wer die Hände in den Schoß legt, arbeitet nicht. Die Redensart sich auf die faule Haut legen für »sich dem Müßiggang hingeben« geht auf den irrtümlichen Glauben des 18. Jahrhunderts zurück, dass sich die alten Germanen untätig auf Bärenhäuten geräkelt hätten. Dies gilt auch für den Ausdruck auf der faulen Haut liegen. Umgangssprachlich wird die Redewendung den lieben Gott einen guten/frommen Mann sein lassen verwendet, um auszudrücken, dass jemand unbekümmert seine Zeit verbringt. Dem lieben Gott die Zeit stehlen bedeutet faulenzen im Sinn von auf Kosten anderer leben.
Die umgangssprachlichen Vokabeln blaumachen und krankfeiern werden im Zusammenhang mit dem Arbeits und Berufsleben, aber auch mit der Schule gebraucht. Sie besagen, dass jemand grundlos und unentschuldigt nicht erscheint. Der Ausdruck blaumachen hat dabei seine Wurzeln in der Arbeit der Blaufärber im Mittelalter: Sie konnten faulenzen, während die frisch gefärbten Stoffe an der Luft trockneten und sich dabei die blaue Farbe entwickelte.
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