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WAHRIG SYNONYMWöRTERBUCH

austreten

  1. zertreten, löschen, ausmachen
  2. abnutzen, verschleißen, verbrauchen, abscheuern, abwetzen, abtragen, abreiben, abschürfen, ablaufen, ausweiten, ausleiern
  3. ausscheiden, sich trennen von, abgehen, weggehen, seinen Abschied nehmen, abtreten, den Dienst quittieren, aufhören, kündigen, aufkündigen, die Stellung aufgeben, sich abmelden, abdanken, aufsagen, ablassen von, abtreten, zurücktreten, seinen Rücktritt erklären, sein Amt niederlegen, demissionieren, verzichten; ugs.: abspringen, gehen, aussteigen
  4. → ausströmen
  5. die Toilette aufsuchen, auf die Toilette gehen, seine Notdurft verrichten, sich erleichtern, sein Geschäft erledigen, sich entleeren; ugs.: laufen/verschwinden/mal müssen, ein Örtchen aufsuchen, auf den Topf gehen

austreten: Löschen, aussteigen und »verschwinden«

Austreten kann man im wörtlichen Sinn ein Feuer, dann bedeutet es löschen oder ausmachen, oder auch Schuhe, dann heißt es abnutzen, ausleiern, verschleißen.
Das Partizip ausgetreten besagt in übertragenem Sinn in der Wendung ausgetretene Pfade/Wege, dass etwas durch langen Gebrauch abgenutzt oder zu einer langweiligen Gewohnheit geworden ist. Ebenfalls übertragen wird austreten verwendet, wenn es darum geht, dass eine bestimmte Gemeinschaft oder Position verlassen wird.
Seinen Abschied nehmen deutet ebenso auf »abtreten aus einer militärischen Funktion« wie den Dienst quittieren oder der gehobene Ausdruck demissionieren. Letzterer kann auch allgemein auf die Aufgabe eines Amtes zielen.
Abspringen und aussteigen sind umgangssprachliche Vokabeln dafür. Die Synonyme für austreten im Sinn von zur Toilette gehen belegen auch die Tabuisierung körperlicher Vorgänge. Während seine Notdurft verrichten oder sich entleeren derb darauf hinweisen, haben Wendungen wie sein Geschäft machen/erledigen/verrichten oder sich erleichtern verhüllenden Charakter. Das eigentlich Gemeinte wird hier ebenso wenig ausgesprochen wie in den umgangssprachlichen Redensarten ein Örtchen aufsuchen oder verschwinden müssen.
Sich die Hände waschen müssen beziehungsweise der scherzhafte Ausdruck (bei Frauen) sich die Nase pudern müssen gehören auch in diese Kategorie. Scherzhaft sind Wendungen wie für kleine Jungs/Mädchen müssen oder dorthin gehen, wo auch der Kaiser zu Fuß hingeht. Eine gewisse Degradierung politischer Macht oder Symbole kommt auch darin zum Ausdruck, dass die Toilette gelegentlich als Thron bezeichnet wird und Kinder aufs Thrönchen gesetzt werden. Weniger hochgestochen ausgedrückt lässt man Kinder auch auf den Topf gehen.
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