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WAHRIG SYNONYMWöRTERBUCH

ausplaudern

plaudern, reden, sprechen, weitersagen, weitergeben, weitertragen, wiedererzählen, weitererzählen, kolportieren, Gerüchte verbreiten, indiskret sein, eine Indiskretion begehen, zutragen, zubringen, zuflüstern, preisgeben, aussagen, eine Aussage machen, die Karten aufdecken/offenlegen, enthüllen, verraten, hinterbringen, in Umlauf setzen, in aller Mund bringen, das Geheimnis brechen, jmdn. ins Vertrauen ziehen, seinem Herzen Luft machen; ugs.: loslegen, auspacken, klatschen, die Katze aus dem Sack lassen, mit der Sprache herausrücken, sich verplappern, singen, ausplappern, sich verquatschen, ausposaunen, austrompeten, quatschen, ausquatschen, stecken, vom Stapel lassen, nicht dichthalten, an die große Glocke hängen, aus dem Nähkästchen plaudern, auf die Nase binden, tratschen, kein Blatt vor den Mund nehmen, nicht hinterm Berg halten mit, aus der Schule plaudern

ausplaudern: Zwischen Tratsch und Verrat

Wer etwas ausplaudert gibt gesprächsweise Informationen weiter, die nicht für Dritte bestimmt sind. Die Zusammensetzungen mit »weiter« sind neutrale Ausdrücke für die Weitergabe von Informationen: weitersagen/weitergeben/weitertragen/weitererzählen. Die Wendungen indiskret sein, das gehobene eine Indiskretion begehen und das umgangssprachliche nicht dichthalten heben darauf ab, dass die Wiedergabe dieser Informationen einen Vertrauensbruch darstellt. Das gilt auch für verraten und preisgeben.
Wenn der Wahrheitsgehalt der Nachrichten unsicher ist, spricht man von Gerüchte verbreiten und kolportieren oder umgangssprachlich von tratschen. Zutragen und zuflüstern bedeuten ebenso wie umgangssprachlich jemandem etwas stecken gezieltes Ausplaudern, denn dabei wird in der Regel diejenige Person genannt, dem etwas mitgeteilt wird. Umgekehrt steht der Sprecher selbst im Blickpunkt bei Wendungen wie jemanden ins Vertrauen ziehen oder seinem Herzen Luft machen.
Eine Aussage machen wird ebenso wie umgangssprachlich singen oder auspacken im Zusammenhang mit Verhörsituationen gebraucht. Die umgangssprachliche Redensart die Katze aus dem Sack lassen zielt darauf ab, dass bisher unbekannte Hintergründe eines Sachverhalts aufgedeckt werden. Sie geht auf das Volksbuch »Till Eulenspiegel« von 1515 zurück, wo eine Katze im Sack als Hase und damit als angeblicher Braten verkauft wird.
Etwas an die große Glocke hängen geht darauf zurück, dass im Mittelalter die große Glocke der Kirche zu Gerichtsversammlungen rief, bei denen private Streitigkeiten dann öffentlich ausgetragen wurde. Wer also die große Glocke läutet und damit bildlich etwas daranhängt, weiß um die Konsequenzen seines Tuns und nimmt sie gezielt in Kauf. Die Redensart aus dem Nähkästchen/Nähkorb plaudern spielt darauf an, dass dies für die Hausfrau einst ein Ort war, an dem sich kleine Geheimnisse aufbewahren ließen.
Kein Blatt vor den Mund nehmen bedeutet ausplaudern im Sinn von unverblümtem Aussprechen der Wahrheit. Diese gleichfalls sehr alte Wendung stammt aus dem Theater, wo die Schauspieler einst anstößige Passagen ihrer Rollen durch ein Blatt Papier hindurch, also mit verdecktem Mund, sprechen mussten.
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