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Südafrika: zwei Welten, ein Land

Die Ungleichheit von Arm und Reich

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Zwei Welten in einem Land

"Neue Heimat" ist die Übersetzung des Xhosa-Namens Khayelitsha. Und tatsächlich wachsen Kapstadts Slums unaufhaltsam. Flüchtlinge und Arbeitssuchende des gesamten Kontinents strömen voller Hoffnungen ans Kap. Obwohl die Besiedlung des überfüllten Townships an vielen Stellen verboten ist, reihen sich immer mehr Hütten aneinander und es entstehen neue illegale Siedlungen. Zweimal die Woche fährt Patricia Sibu im Sammeltaxi Richtung Innenstadt. Für umgerechnet acht Euro pro Tag putzt sie hier die Wohngemeinschaft einiger Studenten. Viel mehr als das Haus ihrer Arbeitgeber hat sie in Kapstadt noch nicht gesehen. Seit sie vor 17 Jahren mit ihrem Mann aus dem ländlichen Ostkap in die Stadt kam, hat sie Khayelitsha nur selten verlassen. Erst als ihr Ehemann an der Immunschwächekrankheit AIDS verstarb, musste sie sich einen Job auf der "anderen Seite" besorgen, dort, wo das Geld herkommt.

Auf dieser Seite lebt Geoff Steyn. Der Kapstädter ist Makler und in seinem Beruf sehr erfolgreich. Der 35-Jährige hat sich auf Luxus spezialisiert, vor allem Kapstadts Küstenorte am spektakulären Atlantik sind sein Revier. Im Durchschnitt verlangt er etwa 3,5 Millionen Euro in Südafrikas teuerstem Küstenstreifen Clifton für ein Apartment mit Balkon. Bei diesen Preisen lohnt sich die Provision. Stolz ist Geoff auf den Verkauf einer Garage hier: Für umgerechnet gut 100.000 Euro muss sich sein Kunde nun nicht mehr um einen Parkplatz am Strand sorgen. Geoff war noch nie in einem Armenviertel, auch wenn er in der Stadt geboren und aufgewachsen ist. Seine Begegnungen mit dem anderen Südafrika beschränken sich auf sein Hausmädchen und die Straßenverkäufer, die sich an Kapstadts Ampeln mit Zeitungen, chinesischem Ramsch oder Kleiderbügeln ihren Lebensunterhalt verdienen. Wie für die meisten Südafrikaner, ist auch für Geoff die Armut im Land längst Alltag – die Gesellschaft ist aufgeteilt in Arme und Reiche. Und nie waren die Unterschiede größer als heute.

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Quelle: Atlantica! Südafrika aus dem Bertelsmann-Verlag
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