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Sternenhimmel Juni 2018

Sommersonnenwende, Milchstraße und ein Flug zur ISS

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Milchstraße
Zu keiner anderen Zeit im Jahr ist die Milchstraße so gut mit bloßen Augen zu beobachten wie in diesen Tagen.

Großer Auftritt für die Milchstraße

Obwohl die Nächte jetzt kurz sind, kann man momentan ein Himmelsphänomen besonders gut bestaunen: die Milchstraße. Denn im Sommer steht der dichteste und schönste Teil unserer Heimatgalaxie genau über uns: das galaktische Zentrum. Die Milchstraße bildet dadurch ein sternenschimmerndes Band, das fast senkrecht auf dem Horizont zu stehen scheint. Besonders gut ist sie Mitte Juni zu sehen, weil es dann kaum störendes Mondlicht gibt.

Möglich ist dieser faszinierende Anblick, weil unser Sonnensystem in einem eher entlegenen Teil der Milchstraße liegt. Wir blicken daher von der Erde aus im Sommer von außen auf den dichtesten zentralen Teil unserer Galaxie. Weil die Sterne der Milchstraße  -auch unsere3 Sonne – zudem alle auf einer scheibenförmigen Ebene liegen und wir diese Ebene von der Seite anschauen, erscheint uns die eigentlich spiralförmige Galaxie als Sternenband am Himmel.

ESA-Astronaut Alexander Gerst und sein robotischer Kollege CIMON
Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst und sein robotischer Kollege CIMON.

Aufbruch zur ISS

Der 6. Juni 2018 bringt uns zwar kein Himmelsereignis, wohl aber ein Raumfahrt-Highlight: Um 13:11 Uhr an diesem Tag startet der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation (ISS) – bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere.  Sechs Monate wird der Geophysiker in der fliegenden Forschungsstation leben und arbeiten und dabei sogar das Kommando der Mission übernehmen. Der Missionsname "Horizons" symbolisiert die Neugier und Faszination, Unbekanntes zu entdecken und zu erforschen.

Neben den sechs menschlichen Astronauten wird bei der Mission "Horizons" auch ein eher ungewöhnliches Crewmitglied an Bord der Raumstation sein: CIMON, ein Roboter-Assistent. Dieser mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Helfer sieht aus wie ein kleiner runder Fernseher kann aber sehen, hören, sprechen – und sogar fliegen. Er soll die Astronauten bei ihren Aufgaben unterstützen und kann ihnen beispielsweise Fragen zum Vorgehen beantworten oder ihnen zusätzliche Informationen liefern.

NPO, 04.06.2018
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