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Sprachstörungen

Die Sprache bestimmt unseren Alltag. Was aber, wenn das Sprechen Probleme bereitet?

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Stottern

Für die Eltern leichter zu erkennen ist bei Kindern das Stottern – eine so genannte Redeflussstörung.

Stottern beginnt in der Regel vor dem sechsten Lebensjahr – rund fünf Prozent aller Kinder erleben in dieser Zeit eine Stotterphase. Während sich die lästige Sprachstörung in vielen Fällen wieder gibt – häufig mit logopädischer Hilfe – sind auch ein Prozent der Erwachsenen vom Stottern geplagt, fast immer seit der Kindheit. Männer sind viermal häufiger betroffen als Frauen.

Das Hinterhältige am Stottern: Welche Ursachen auch immer im Kindesalter zu der Sprechstörung geführt haben, früher oder später wird das Stottern dadurch massiv verstärkt, dass Scham, Angst und negative Erfahrungen wie Hänseln starken Druck auf den Stotterer ausüben. Wer anfangs nur b-b-bei einigen Lauten hakt, bekommt früher oder später immer mehr Worte gar nicht mehr heraus. Die Überwindung, mit Fremden zu sprechen, wächst – und sei es nur beim Einkaufen im Supermarkt.

Als „Körper-Geist-Phänomen“ beschreibt der Logopäde Werner Rauschan deshalb auch das Stottern. In der Therapie steht der Abbau von Ängsten im Vordergrund. „Da gibt es psychologische Anteile, ein wenig Verhaltenstherapie und viel konkretes Training“, so der Stotterexperte. „Insbesondere bei Erwachsenen ist auch ein motorisches Training nötig, um jahrelang eingeschliffene Sprechabläufe zu verändern.“

Am Ende ist in vielen Fällen das Stottern zwar nicht vollständig verschwunden, aber immerhin gut zehn Prozent von Rauschans Patienten stottern nach der Therapie gar nicht mehr. Die übrigen können mit den gelegentlich noch aufkommenden Sprechblockaden umgehen, ihr Leidensdruck verringert sich erheblich.

 

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von wissen.de-Redakteurin Alexandra Mankarios
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