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Spieltrieb – der Mensch als "Spieltier"

Warum der Drang zum Spielen so tief im Menschen verwurzelt ist

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Kulturelle Kampfeslust

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Sportlicher Ehrgeiz

Im kämpferischen Wettstreit liegt der Ursprung unseres Spieltriebs.

Passionierte Puppenmütter und Modelleisenbahner würden an dieser Stelle empört widersprechen. Mit Recht. Schließlich gibt es neben Kramers sehr eng gefasstem Spielbegriff auch Alternativen. Der Historiker Johan Huizinga zum Beispiel leitet in seinem Buch 'Homo ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel' von 1938 alle Kulturleistungen des Menschen aus dem Prinzip des kämpferischen Wettstreits her; angefangen bei Tanz, Musik und Dichtung über Religion und Rechtssystem bis hin zur Kriegsführung. Ein äußerst weit gefasster Spielbegriff, der seinerseits provoziert. Wobei die Zusammenführung von Spiel und Ritual - die sich hinter Huizingas Begriffsausweitung verbirgt - durchaus nicht abwegig ist, wie zahlreiche ethnographische Studien beweisen. Vor diesem Hintergrund ist die Assoziation von Religion und Spiel durchaus naheliegend, man denke nur an den Begriff der 'heiligen Spiele', an rituell höchst bedeutsame Handlungen, die den Charakter von Gottesdiensten annehmen. Und was die Nähe von Krieg und Spiel angeht, so spricht die Vielzahl der so genannten Kriegs- und Strategiespiele Bände. Zumindest wenn man mit Richard Rorty der Ansicht ist, dass das Spiel "eine metaphorische Beschreibung menschlichen Zusammenlebens" ist.

 

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von wissen.de-Autorin Katja Schmid
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