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Spieltrieb – der Mensch als "Spieltier"

Warum der Drang zum Spielen so tief im Menschen verwurzelt ist

Spielen ist die vermutlich älteste Kulturtechnik des Menschen. Lange bevor der homo sapiens sprechen, lesen und schreiben konnte, entwickelte er sich zum homo ludens, zum spielenden Menschen. Weil's Freude macht und Kräfte weckt. Freilich steht der Mensch mit seiner Neigung zum Spiel nicht alleine da, sondern teilt diese Leidenschaft mit anderen Lebewesen, allen voran den Säugetieren.

Spielregeln

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Schachpartie

Die Herausforderung eines klassischen Spiels: den Gegner nach festen Regeln zu besiegen.

Auch wenn alle Säugetiere gern spielen – das Verhältnis des Menschen zum Spiel ist ein ganz besonderes. Friedrich Schiller brachte es folgendermaßen auf den Punkt: "Der Mensch spielt nur, wo er in der vollen Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt." Vielleicht liegt der scheinbare Widerspruch im Wesen des Spiels selbst begründet, schließlich herrschen in jedem Spiel merkwürdige Beziehungen zwischen Freiheit und Unterwerfung: Einerseits wirkt Spielen befreiend, weil es Fluchten aus dem Alltag ermöglicht; andererseits gelingt ein Spiel nur dann, wenn man sich seinen spezifischen Regeln unterwirft. Kein Wunder, dass für den Spieleautor Wolfgang Kramer, mehrfach ausgezeichnet mit dem 'Spiel des Jahres' und dem 'Deutschen Spiele Preis', Spielmaterial und Spielregel untrennbar zusammengehören: "Die Spielregeln sind die Grenzen und das Herz eines Spiels. Sie beziehen sich nur auf das Spiel und existieren nie außerhalb des Spiels." Deshalb zählt für Kramer das Spielen mit Puppen, Eisenbahnen oder Kaufmannsläden nicht zu den Spielen im engeren Sinn - eben weil hier keine spezifischen Regeln gelten.

 

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von wissen.de-Autorin Katja Schmid
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