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Sonnenfinsternisse, roter Supermond und ein Merkurtransit

Das Jahr 2019 bringt uns gleich mehrere besondere Himmelsschauspiele. So ereignen sich in diesem Jahr drei Sonnenfinsternisse, zwei Mondfinsternisse und im November steht der Merkurtransit bevor – der innerste Planet unseres Sonnensystems wird dann vor der Sonne vorbeiziehen. Im Sommer können wir zudem die beiden Gasplaneten Jupiter und Saturn in besonders heller Pracht bestaunen.

Blutmond
Die totale Mondfinsternis mit „Super-Blutmond“ in den frühen Morgenstunden des 21. Januars kann in fast ganz Deutschland in ihrem gesamten Verlauf bis zum Sichtbarkeitsende beobachtet werden.

Blutroter Supermond am 21. Januar

Eines der besonders spektakulären Himmelsereignisse des Jahres 2019 steht unmittelbar bevor: Am Morgen des 21. Januar können wir die totale Mondfinsternis während eines "Supermonds" erleben. Denn der Erdtrabant durchzieht an diesem Tag einen besonders erdnahen Abschnitt seiner Bahn und erscheint so besonders groß. Der Mond wird dabei durch den Kernschatten der Erde wandern und dadurch vom Sonnenlicht abgeschirmt. Weil nur noch von der Erdatmosphäre gebrochenen Streulicht auf ihn fällt, erscheint er dabei blutrot.

Die Mondfinsternis beginnt am frühen Morgen gegen 03:30 Uhr, wenn der Mond in den Halbschatten der Erde eintritt – er wird leicht dunkler. Klarer zu erkennen ist aber die zweite Phase der Mondfinsternis, die um 04:30 Uhr beginnt. Dann tritt der am westlichen Himmel stehende Mond in den Kernschatten der Erde ein und wir können sehen, wie nach und nach immer größere Teile des Vollmonds im Dunkel versinken.

Gegen 05:40 Uhr beginnt dann der Höhepunkt der Finsternis: die rund eine Stunde dauernde Totalität. In dieser Phase leuchtet der immer tiefer über dem Horizont stehende Erdtrabant rötlich. Die Mondfinsternis endet gegen 08:50 Uhr, zu einer Zeit, in der die Sonne bereits aufgegangen ist und der Mond knapp unter dem Horizont steht.

Das Jahr 2019 beschert uns sogar noch eine zweite Mondfinsternis, wenngleich nur eine partielle: Am Abend des 16. Juli wird der Vollmond zu gut zwei Dritteln in den Kernschatten der Erde eintauchen. Der in Teilen rötlich leuchtende Mond wird dabei tief über dem südlichen Horizont stehen.

Schema der Mondfinsternis am 21. Januar 2019
Ablauf der totalen Mondfinsternis am 21. Januar 2019.

Sonnenfinsternisse: dreimal verdunkelte Sonne

Das erste Himmelsschauspiel gab es schon am 6. Januar: eine partielle Sonnenfinsternis. Sie war allerdings nur im Nordosten Asiens und im Nordpazifik zu sehen. Dabei schob sich der Mond so vor die helle Sonne, dass bis zu zwei Drittel der hellen Scheibe verdeckt wurde. Solche partiellen und auch die totalen Sonnenfinsternisse verdanken ihre Existenz einem kosmischen Zufall: Der Mond ist zwar rund 400 Mal kleiner als unsere Sonne, gleichzeitig ist er uns aber auch 400 Mal näher als diese. Dadurch erscheinen beide Himmelskörper am Himmel gleich groß – und der Mond kann die Sonne verdecken.

Doch diese Sonnenfinsternis ist nicht die einzige in diesem Jahr: Gleich dreimal wird der Mond die Sonne verdunkeln. Die zweite Sonnenfinsternis ereignet sich am 2. Juli 2019 über Südamerika und dem Südpazifik. Bei ihr wird der Mond die Sonne viereinhalb Minuten lang sogar vollkommen verdecken – ein spektakulärer Anblick. Passend zu Weihnachten folgt dann die dritte Sonnenfinsternis, die über Teilen der Arabischen Halbinsel, Indiens, Indonesiens, Singapur und dem Pazifik sichtbar ist. Ihre Besonderheit: Sie ist ringförmig. Weil der Mond bei der Totalität relativ weit von der Erde entfernt steht, verdeckt der die Sonne nicht komplett, sondern lässt einen ringförmigen Strahlenkranz frei.

Ringförmige Sonnenfinsternis in Matsudo, Chiba, Japan, Mai 2012
Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwar zentral vor die Sonne, kann aber wegen seiner großen Entfernung zur Erde die Sonnenscheibe nicht komplett verdecken. Auch zum Zeitpunkt der größten Abdeckung bliebt also ein feuriger Sonnenrand sichtbar.

Ein dunkler Fleck auf der Sonne: der Merkurtransit

Es ist ein Himmelsereignis, das nur gut ein Dutzend Mal pro Jahrhundert auftritt: Am 11. November 2019 wird der Planet Merkur direkt zwischen Erde und Sonne vorüberziehen. Er erscheint dabei am Himmel als winziger dunkler Fleck, der langsam über die helle Sonnenscheibe hinwegwandert. Zwar überholt der Merkur auf seiner Bahn die Erde sogar alle 116 Tage einmal. Weil jedoch die Merkurbahn gegenüber der Erdbahn geneigt ist, zieht der innerste Planet von uns aus gesehen meist ober- oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur wenn Merkur, Erde und Sonne genau in einer Linie stehen, können wir einen solchen Merkurtransit sehen.

Das Himmelsschauspiel beginnt gegen 13:40 Uhr unserer Zeit mit dem Eintritt des Merkur in die helle Sphäre der Sonnenscheibe. Vom Rand aus wandert der Planet dann fast direkt mittig einmal quer vor der Sonne vorüber. Bei uns in Mitteleuropa wird der Transit durch die Abenddämmerung und den Sonnenuntergang schon vor seinem Ende abgeschnitten – die Sonne sinkt unter den Horizont, deshalb sin die letzten beiden Stunden des Merkurtransits bei uns nicht sichtbar.

Wichtig: Um den Transit zu sehen, sollten Sie keinesfalls ungeschützt direkt in die Sonne blicken. Zudem ist der dunkle Merkurfleck so klein, dass er erst im Teleskop sichtbar wird. Wer kein Teleskop besitzt, kann das Schauspiel in einer Sternwarte oder über Live-Übertragungen im Internet verfolgen. Für die Astronomen ist der Merkurtransit eine seltene Chance, die Teleskope und Instrumente zu testen, mit denen sie sonst Transits von Exoplaneten beobachten.

Merkurtransit
Der Merkur erscheint beim Transdit vor der Sonne als winziger schwarzer Fleck.

Drei Planeten im Rampenlicht

Gleich drei Planeten werden in diesem Jahr besonders hell erstrahlen – Jupiter, Saturn und Neptun. Denn sie werden im Sommer in Opposition stehen und damit der Sonne von uns aus gesehen genau gegenüber. Beim Jupiter ist es am 10. Juni der Fall, beim Saturn am 9. Juli und beim Neptun am 9. September. Weil die Planeten dabei auch den erdnächsten Punkt ihrer Bahn erreichen, erscheinen sie besonders groß und sind voll angestrahlt. Jupiter und Saturn sind mit bloßem Auge gut sichtbar und leuchten heller als die Sterne. Für den fernen Neptun dagegen benötigen wir ein Fernglas oder Teleskop.

NPO, 09.01.2018
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