wissen.de
You voted 3. Total votes: 74
wissen.de Artikel

Sommerzeit: Wer hat an der Uhr gedreht?

...

Milchkuh
Milchkuh

Auch die Kühe müssen sich dem veränderten Tagesrhythmus anpassen.

Milchbauern und Verkehrsbetriebe könnten wohl darauf verzichten

Keine Energieersparnis, stattdessen zahlreiche Probleme bringt die Zeitumstellung mit sich, das ist heute bekannt. In der Landwirtschaft etwa werden die Milchkühe schon in diesen Tagen langsam auf die Umstellung vorbereitet, Jeden Tag beginnt der Bauer etwa eine Viertelstunde früher mit dem melken. Deutlich weniger Milch würden die Kühe in den Tagen nach der Zeitumstellung sonst geben, denn wie ein Uhrwerk ist ihre Milchproduktion an den geregelten Tagesrhythmus angepasst. Und trotzdem müssen Milchbauern jedes Jahr wirtschaftliche Einbußen durch die Umstellung auf die Sommerzeit einkalkulieren.

Einer anderen Art von Problemen müssen sich öffentliche Verkehrsmittel stellen: Nachtzüge, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag unterwegs sind etwa. Sie sollen pünktlich losfahren und auch pünktlich ankommen. In dieser einen Nacht ist das nur schwerlich möglich, da ist Verspätung angesagt. Anders im Herbst: Sitzt man in der Nacht der Umstellung auf die Winterzeit in einem Fernzug, dann muss man damit rechnen, dass der Zug eine Stunde in einem Bahnhof verbringt und darauf wartet, dass die zusätzliche Stunde einfach vergeht.

Paar vor Ziffernblatt einer Turmuhr
Taktgeber

Wir ticken im Rhythmus unserer inneren Uhr.

Die Umstellung unserer inneren Uhr dauert am längsten

Unsere innere Uhr tickt in einem regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus. Hormone steuern dabei, wann wir müde und wann wach und fit sind. Unsere innere Uhr ist dabei auf einen Rhythmus von 25 Stunden eingestellt. Erst der Einfluss des Sonnenlichts korrigiert diesen Rhythmus. Unser innerer Taktgeber wird dadurch mit den äußeren Bedingungen synchronisiert. Kommendes Wochenende erwartet uns aber nun ein 23 Stunden Tag. Und zwei Stunden sind für unseren inneren Taktgeber dann doch zu viel. Wie ein Mini-Jetlag wirkt sich die Zeitumstellung auf viele Menschen aus: Noch Tage später sind sie müde und fühlen sich irgendwie aus dem Takt gebracht.

Vermutlich ist das auch der Grund dafür, dass an dem Montag nach der Zeitumstellung häufig mehr Verkehrsunfälle auftreten. Viele Menschen berichten, dass sie sich für ein bis zwei Tage nach der Umstellung noch sehr eingeschränkt fühlen. Unsere innere Uhr ist nun einmal eher träge und lässt sich nicht so leicht umstellen wie die Armband-, Küchen-, Bahnhofs- und sonstige Uhren.

Hintergrundinformationen rund um das Thema der inneren Uhr finden Sie in dem ausführlichen Dossier: Die innere Uhr - Was lässt uns ticken?

KEL
You voted 3. Total votes: 74