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Sommerurlaub: Die richtige Unterkunft für Familientrips

Nur noch wenige Wochen bis zu den großen Ferien und noch immer ist kein Urlaubsplan in Sicht? Vielen Familien geht es so, denn im stressigen Alltag fehlt oftmals die Zeit. Ein Urlaub mit Kindern aber erfordert einige Vorbereitung, denn schon die Unterkunft an sich entscheidet über Spaß oder Ärger am Reiseziel. Mancher schätzt die Umgebung eines Hotels, wiederum andere lieben Urlaub in Ferienwohnungen und auch Zelten oder Campen klingen in den Ohren zahlreicher Eltern nach Spaß. Was aber ist richtig für die eigene Familie? Ein Überblick erleichtert die Entscheidung.

Ferienhaus mit Pool
Ein Ferienhaus schenkt Freiraum, jedoch keine arbeitsfreien Tage.

Ferienwohnung: Flexibel, aber nicht arbeitsfrei 

Ferienwohnungen gehören zu den liebsten Feriendomizilen der Deutschen. In einer Studie zeigte sich: Rund 25 Prozent der Reisenden in der Bundesrepublik wohnten während ihres Urlaubes in einer solchen Wohnung oder auch einem Ferienhaus. Und tatsächlich kann ein Selbstversorger-Urlaub familiäre Bedürfnisse gut erfüllen. Für Kinder steht etwas mehr Platz zur Verfügung als beispielsweise in einem Hotel und es gibt die Option, Domizile mit mehreren Schlafzimmern zu buchen. Sitzen die Eltern dann abends noch auf dem Sofa, stören Reden oder Fernsehen den kindlichen Schlaf nicht.

Auch die Tagesplanung fällt in Ferienwohnungen angenehm entspannt aus. Niemand muss sich an feste Essenszeiten halten, das Speiseangebot kann selbst gewählt werden und in großen Wohnungen mit Garten oder Balkon sind auch lange Spieleabende oder Faulenzertage ganz problemlos möglich.

Ein Punkt, der jedoch gegen die Buchung einer Ferienwohnung sprechen könnte, ist die Notwendigkeit eigenständiger Versorgung. Wie auch im eigenen Zuhause muss dann für die Familie eingekauft und gekocht werden, das Geschirr will gespült sein und die Betten gemacht. Abstand von den häuslichen Pflichten des Alltagslebens also lässt sich in einer Ferienwohnung nur bedingt gewinnen.

Wohnmobil: Gemütliches Abenteuer

Viele Familien schätzen Reisen mit dem Wohnmobil. Das hat sogar mehrere Gründe, denn ein Wohnmobil bietet nicht nur sicheren Schutz vor Unwetter und Regen, sondern lässt sich an praktisch jeden Ort des gewünschten Urlaubslandes steuern. So genießen Familien auf Wohnmobil-Reisen größtmögliche Flexibilität, ohne die Bedürfnisse der Kinder nach Sicherheit und einem weichen Bett zu vernachlässigen. Auch Rundreisen, bei denen das Wohnmobil im Abstand weniger Tage auf immer neuen Campingplätzen abgestellt werden kann, sind schon mit kleineren Kindern unkompliziert möglich.

Wohnmobil
Wohnmobile sind flexibel und bringen wenig Arbeitsaufwand mit sich.

Die Tatsache, dass es in einem Wohnmobil selbstverständlich etwas beengter zugeht als in einer Ferienwohnung, stört die wenigsten Familien. Auch für Kinder ist es vielmehr ein großes Abenteuer, gemeinsam mit den Eltern auf kleinstem Raum zu leben und zu schlafen. Modern ausgestattete Modelle lassen außerdem notwendigen Komfort nicht vermissen. Vom Kühlschrank bis hin zur Kochnische findet sich in gut ausgestatteten Mobilen alles, was es zum Leben im Urlaub braucht. Auch auf fließend Wasser müssen Familien nicht verzichten und können innerhalb des Wagens Zähneputzen, Gemüse waschen und die Hände nach einem langen Urlaubstag vom Strandsand befreien.

Was gegen einen Urlaub mit Wohnmobil sprechen könnte, sind die eigenen Ansprüche an sanitäre Einrichtungen. Integrierte Duschen sind oftmals recht klein und auch die Toilette mit entsprechendem Behälter will akzeptiert werden. Für Reisende, die sich auf gut ausgestatteten Campingplätzen niederlassen, dürfte das jedoch kein Problem sein. Hier nämlich sind Duschen, Toiletten und andere Einrichtungen ohnehin vorhanden. Tipps zu verschiedenen Urlaubsregionen und eine Übersichtskarte der Campingplätze bietet der Campingführer des ADAC.

Zelt: Etwas für Wagemutige

Ein Urlaub mit Kindern, bei dem lediglich das Zelt als Unterkunft dient, kann stressig werden. Auch auf Campingplätzen mit solider Ausstattung nämlich sind Familien nicht sicher vor Sommergewittern oder einfachen Regengüssen. Was Individualreisende und Backpacker schätzen, nämlich die direkte und schonungslose Nähe zur Natur, wird im Familienurlaub zum zweischneidigen Schwert. Daher entscheiden sich viele Familien lieber für ein Wohnmobil und genießen dennoch ihren Campingurlaub.

Aufziehendes Unwetter
Bahnt sich im Zelturlaub ein Unwetter an, fehlen sichere Alternativen.

Auch das Schlafen im Zelt ist nicht jedermanns Sache. Eine ganze Woche oder länger auf Isomatten oder Luftmatratzen zu nächtigen, mag für Kinder spannend sein, kann dem elterlichen Rücken jedoch stark zusetzen. Wer seinen Kindern dennoch das besondere Erlebnis eines Zelturlaubes ermöglichen will, sollte daher besser nur ein Wochenende verreisen und vorab einen Blick auf den Wetterbericht werfen.

Hotel: Keine Pflichten, aber wenig Flexibilität

Mit Kindern in einem Hotel zu wohnen, klingt im ersten Moment sehr sinnvoll. Immerhin übernimmt das Hotelpersonal hier alle Aufgaben vom Kochen über das Aufräumen des Zimmers bis hin zum Bettenmachen am Vormittag. Komfort also bietet ein Hotelaufenthalt in jedem Fall. Zum Problem für Familien können jedoch die Strukturen innerhalb des Hotelbetriebes werden, da es hier nicht ohne feste Zeiten geht.

Wer sich nicht gerne zwischen acht und zehn Uhr am Frühstückstisch einfinden will, sondern lieber lange schläft und erst später bei Brötchen und Marmelade am Tisch sitzen möchte, steht in den meisten Hotels vor einem bereits abgeräumten Buffet. Gleiches gilt für das Essen am Abend. Zudem kann auch das tägliche Essen in einem Restaurant schwierig sein, wenn die eigenen Kinder schnell ungeduldig werden und nicht lange am Tisch sitzen wollen. Das Gefühl, andere Gäste stören zu können, verdirbt vielen Eltern dann die Freude am Essen.

Swimming Pool einer Hotelanlage
Hotels befreien von Pflichten, können Familien jedoch einengen.

Auch der grundsätzliche Charakter von Hotelzimmern muss nicht zwingend zu den Bedürfnissen einer Familie passen. Das gilt besonders für Räume, in denen alle Familienmitglieder gemeinsam übernachten. Familienzimmer mit zusätzlichem Schlafraum für die Kinder können dieses Problem jedoch lösen. Im Vergleich zu Urlaub mit Wohnmobil oder einem Aufenthalt in einer Ferienwohnung besteht in Hotels außerdem nicht die Möglichkeit, Kinder spontan im Freien spielen zu lassen und selbst im Domizil zu bleiben. Schließlich möchten Eltern ihre Jüngsten stets gut beaufsichtigen und vom vierten Stockwerk aus ist das unmöglich.

Abendliche Unflexibilität ist der letzte Punkt, der Hotelurlaube tatsächlich zu den Verlierern dieser Liste macht. Auch hier gilt: Möchten Eltern noch länger im Restaurant sitzen bleiben, während die Kinder schon schlafen, liegen mitunter viele Stockwerke und Flure zwischen ihnen. Wer dann am Abend schon um zwanzig Uhr auf dem Zimmer sitzen muss, ärgert sich oft über die hohen Ausgaben für den Hotelurlaub. Diese nämlich liegen auf deutlich höherem Niveau als bei allen anderen Urlaubsvarianten.

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