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Sind Zigaretten mit Filter weniger gefährlich?

Raucher mit Zigarette
Filterzigarette

Für die meisten Raucher ist der Filter von der Zigarette kaum wegzudenken. Das war aber nicht immer so. Bis in die 1950er Jahre war schlicht und einfach niemand auf die Idee gekommen, dass so etwas nötig sei. Dann wuchs aber das Bewusstsein über die gesundheitlichen Schäden, die durch den Tabakkonsum hervorgerufen werden, und die Tabakhersteller sahen sich gezwungen, zu handeln. Mit Filtern wollten sie Schadstoffe aus dem Zigarettenrauch entfernen und ihn so sicherer machen. Es dauerte zwar eine Weile, bis sich der Filter durchsetzte. Frühe Modelle waren nicht durchlässig genug und daher unter Rauchern nicht besonders beliebt. Mittlerweile gehören solche Akzeptanzprobleme aber längst der Vergangenheit an. Ein Blick auf den Boden an einer durchschnittlichen Bushaltestelle lässt keine Zweifel am Erfolg des Filters zu. Aber warum ist er bei Rauchern tatsächlich so beliebt? Und trägt er tatsächlich dazu bei, ihre Gesundheit zu schützen?

Der praktische Aspekt der Filter

Auch ohne die Frage der Schadstoffe tragen Filter erheblich zum Raucherlebnis bei. Sie bieten einen festen Griffpunkt für die Zigarette und verhindern außerdem, dass Tabakreste an den Lippen kleben bleiben. Manche Raucher verwenden daher schlichte Filter aus Papier die nicht dazu geeignet sind, Inhaltsstoffe aus dem Rauch aufzunehmen. Sie waren ursprünglich vor allem für das Drehen von Cannabiszigaretten mit Drehblättchen beliebt, werden heute aber auch gerne als Tips für Tabakzigaretten eingesetzt. Der Vorteil dabei ist zum einen der niedrige Preis solcher Produkte im Vergleich zu herkömmlichen Zellulosefiltern. Außerdem wirken sie sich nicht auf den Geschmack des Rauchs aus. Diese Eigenschaft von Zellulosefiltern kann aber auch kreativ genutzt werden. So versprechen Zigarettenfilter mit Mentholgeschmack auch nach dem Verbot der Mentholzigarette noch das gewohnte Raucharoma. Es gibt also auch ohne gesundheitlichen Nutzen viele Gründe, warum Raucher Zigaretten mit Filter bevorzugen.

Was wird gefiltert?

In der Theorie soll ein Filter für Nikotin durchlässig sein und gleichzeitig möglichst viele Schadstoffe zurückhalten. Dazu zählen beispielsweise Teer, Schwermetalle und verschiedene organische Verbindungen. Und natürlich soll der Rauch auch irgendwie nach Zigarette schmecken, wenn er aus dem Filter wieder heraus kommt. Das ist aber gar nicht so einfach, denn eben die schädlichen Stoffe die der Filter zurückhalten soll, sind auch zu einem erheblichen Teil für Geschmack und Mundgefühl des Rauchs verantwortlich. Und je effektiver ein Filter andere Schadstoffe zurückhält, desto mehr Nikotin hält er auch zurück. Wenn Raucher jetzt an einer Zigarette ziehen und der Rauchgenuss oder die erhoffte Befriedigung bleibt aus, verändern sie ihr verhalten. Sie atmen dann tiefer ein, ziehen öfter oder vielleicht zünden sie sich auch einfach noch eine zusätzliche Zigarette an. So sind alle gesundheitlichen Vorteile des Filters schnell wieder wettgemacht.

Zweifelhafter Nutzen

Die Ergebnisse aus der Forschung sind widersprüchlich. Zum einen gibt es durchaus Studien, die eine Reduktion des Risikos für Lungenkrebs duch Filter nahelegen. Andererseit gibt es auch Hinweise darauf, dass sie das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen erhöhen. Das liegt unter anderem daran, dass sie nur die gröbsten Partikel herausfiltern und kleine Teilchen durchlassen. Außerdem geben sie den Rauchern ein falsches Gefühl der Sicherheit. Für die Gesundheit sind Zigarettenfilter aus Zellulose wohl bestenfalls ein Nullsummenspiel. ganz anders sieht es aus, wenn auch noch die Umweltbilanz der Filter mit einbezogen wird. Denn sie tragen erheblich zur Verschmutzung von Gewässern auf der ganzen Welt bei. Der Filter ist also ein weiterer Grund, warum die klassische Zigarette besser zum Auslaufmodell werden sollte.

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