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Schokolade – zart und bitter

Ein Spezial zum Kakao

Wenn etwas süß schmeckt, ist das dem Menschen seit jeher ein Zeichen, dass er es bedenkenlos verzehren kann. Das gilt nicht unbedingt für Schokolade. Bedenken sind bei einigen Sorten durchaus angebracht, sowohl in ethischer Hinsicht als auch in puncto Inhaltsstoffe.

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Kakaobohnen

Stiftung Warentest hat jüngst 26 Nuss-Schokoladen unter die Lupe genommen und stellte manchen ein vernichtendes Zeugnis aus. Für deren Hersteller kamen die schlechten Noten zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt – Weihnachtszeit ist schließlich Schokozeit. wissen.de fragt vor diesem Hintergrund: Wo kommt unsere Schokolade her und was ist drin?

 

"Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt" – die Kakaogeschichte

Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet dem Wort, das in uns den Heißhunger auf Süßes weckt, liegt die Bedeutung "bitteres Wasser" zugrunde. Xocolatl, ein Gebräu aus herben gerösteten Kakaobohnen und eben Wasser, diente den Azteken und Maya als Genuss- und Heilmittel.

Süß wurde die Schokolade erst, als die Spanier kamen und ihr Rohrzucker beimengten. Der Bedarf an Kakao stieg, die neue Gaumenfreude fand ihren Weg nach Europa und wurde dort in allerlei Form so populär, dass die Herren der alten Welt im 19. Jahrhundert den Anbau auf ihre Kolonien in Afrika und Südostasien ausweiteten.

Bitter war und ist der Kakao für diejenigen, die den Anbau bewerkstelligten – früher als Sklaven, heute als Kleinbauern, abgespeist mit Niedrigpreisen. Unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten laut einem Bericht von Greenpeace immer noch vor allem Kinder, die beispielsweise aus den ärmeren Nachbarländern in die Kakaostaaten Ghana und Elfenbeinküste verschleppt werden.

Die Zahl der Kinderarbeiter auf afrikanischen Kakaoplantagen insgesamt betrage 284.000, heißt es. Die meisten davon gehörten zwar zu den Bauernfamilien, doch zwei Drittel seien unter 14 Jahre alt. Sie sind großen Mengen an Pestiziden ausgesetzt und hantieren mit Werkzeugen, die eine hohe Verletzungsgefahr bergen.

 

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von wissen.de-Redakteur Jens Ossa, Dezember 2013
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