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Richtig Trinkgeld geben

Peinlich, peinlich: Wenn der Kellner beim Abkassieren fein die Augenbrauen hochzieht, dabei eisig schweigt und sich mit seinen Kollegen durch Blicke verständigt, ist dem Touristen womöglich gerade ein Trinkgeld-Faux-pas unterlaufen. Die angemessene Höhe des Trinkgeldes ist fast schon eine philosophische Frage. Wo liegt die goldene Mitte zwischen Knausrigkeit und peinlichem Auftrumpfen? In jedem Fall spielen kulturelle Gepflogenheiten eine entscheidende Rolle: Je nachdem in welchem Winkel der Erde man sich gerade aufhält, fällt die Antwort anders aus.

Wo Trinkgeld eine Beleidigung sein kann

Es ist noch gar nicht so lange her, da konnte man sich mit der nett gemeinten Geste des Trinkgeld-Gebens in Asien, speziell in China, handfesten Ärger einhandeln. In einem Restaurant das Restgeld wieder über den Tisch zu schieben, wurde als grobe Beleidigung ausgelegt, die mitunter den Zorn des Wirts nach sich ziehen konnte. Aber die Zeiten ändern sich und in jenen Teilen Chinas, in denen halbwegs regelmäßig Touristen auftauchen, wird kaum noch jemand ein Trinkgeld empört zurückweisen, wie noch vor einigen Jahren üblich.

Das gilt in noch größerem Maß für das übrige Südostasien, wo manche Staaten mittlerweile auf den Fremdenverkehr angewiesen sind. In Thailand etwa wird zwar eigentlich kein Trinkgeld erwartet, aber in großen Hotels sind zehn Prozent längst üblich. Andererseits ist beispielsweise dem Personal auf dem Flughafen von Singapur das Entgegennehmen einer finanziellen Anerkennung gesetzlich untersagt. Es gibt auch innerhalb eines Landes von Region zu Region unterschiedliche Auffassungen, die von Erwartung bis Unverständnis reichen. Man sollte sich also vorher genau kundig machen, um niemandem zu nahe zu treten.

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