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Richtig teuer: Stand-By

Per Ausknopf 10% Stromkosten sparn

Ein Knopfdruck auf die Fernbedienung – und aus ist er, der Fernseher. Aber ist er das wirklich? Natürlich nicht. Das kleine Lämpchen am Apparat signalisiert: bin in Wartestellung, ruckzuck setze ich meinen Besitzer wieder voll ins Bild. Und – manch einer mag es kaum glauben – das kann richtig teuer werden. Denn schließlich gibt es ja nicht nur am Fernseher diese Funktion namens Stand-By, dieses vermeintliche Ausschalten, das doch alles am Laufen hält und so eine Menge Strom verbraucht. Sieht man sich mal in der Wohnung um, so kann man meist in jeder Ecke diese roten, grünen, blauen oder gelben Lämpchen leuchten sehen, die darauf hinweisen: Allzeit bereit. Neben dem Fernseher blinkt der Videorekorder, die Stereoanlage, im Nebenraum der Computer, der Monitor und der Drucker, im Flur das Telefon und der Anrufbeantworter. Würde man all diese Geräte richtig ausschalten, ließen sich zehn Prozent der Stromkosten sparen. Bei 38 Millionen Haushalten in Deutschland kommt da einiges zusammen.

70 € kostet Stand-By im Jahr

Die von der Bundesregierung geförderte Initiative EnergieEffizienz hat ausgerechnet, dass der Stand-By-Betrieb von Elektrogeräten von 20 bis 24 Stunden am Tag in einem durchschnittlichen Haushalt Kosten von über 70 Euro im Jahr verursachen. Die Stereoanlage hat mit 20 Euro den größten Anteil an diesem Verbrauch, aber auch ein alter Fernseher treibt mit zehn Euro die Stromrechnung nach oben. Ein Computer mit angeschlossenem Drucker verursacht immerhin Kosten von 17 Euro im Stand-By-Betrieb.

Was kann man dagegen tun? Das einfachste wäre natürlich, nach Gebrauch den Stecker zu ziehen. Aber das ist auf Dauer recht lästig, wenn der sich hinter der Anlage oder unter dem Tisch befindet. Möglich wären auch eine schaltbare Steckdose, Zeitschaltuhren oder ein Vorschaltgerät. Bei der Neuanschaffung sollte man darauf achten, dass die Geräte einen „echten“ Aus-Schalter besitzen und niedrigen Stand-By-Stromverbrauch aufweisen. Hier helfen Energiespar-Label wie das GEFA-Energielabel, das Umweltzeichen Blauer Engel, ENERGY STAR oder TCO bei der Auswahl.

von Iris Hilberth, wissen.de
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