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Redewendung des Tages

Sich eine Eselsbrücke bauen

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Störrisch auf Sicherheit bedacht

Esel weigern sich, roh gezimmerte, löchrige Brücke zu betreten. Das macht sie möglicherweise klüger als ihre Besitzer.

"Der Esel ist ein dummes Tier, der Elefant kann nichts dafür", reimte Wilhelm Busch. Das so belastbare wie störrische Grautier hat seinen Ruf als arg beschränkter Geselle wohl für alle Zeiten weg. Das ist auf den ersten Blick schwer nachzuvollziehen. Vermutlich kommt die sprichwörtliche Blödheit des Tieres daher, dass Esel, anders als Pferde keine Fluchttiere sind. Bei Gefahr laufen sie nicht davon, sondern sie bleiben im Gegenteil wie angewurzelt stehen.

Das gilt auch bei der Überquerung von fließendem Gewässer: Schon der römische Naturforscher Plinius der Ältere behauptete in seiner Enzyklopädie "Naturalis historia", kein Esel laufe über eine Brücke, wenn er durch deren Bretter den darunter fließenden Fluss oder Bach sehen könne.

Ein Esel braucht also eine besonders haltbare und sichere Brücke – eine Eselsbrücke. Darum bauen wir uns im übertragenen Sinne noch immer Eselsbrücken, wenn wir uns etwas merken und einprägen wollen. Merksprüche wie "Sieben fünf drei – Rom kroch aus dem Ei" oder "Wer nämlich mit ,h‘ schreibt, ist dämlich" gehören dazu. Und mit "Geh Du Alter Esel" prägen sich Musikschüler die Gitarrensaiten ein.

 

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