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Redewendung des Tages

Jemandem den Kopf waschen

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Jemandem den Kopf waschen

Dieser Hosenmatz findet es sicher völlig normal, dass ihm seine Eltern den Kopf waschen. Die übertragene Bedeutung der Prozedur wird er erst später kennenlernen.

"Neulich wollte mir ein Händler doch ein defektes Gerät andrehen – na, dem habe ich aber den Kopf gewaschen!" Wer anderen tüchtig die Meinung sagt, sie scharf zurechtweist, macht es im übertragenen Sinne wie ein Bader im Mittelalter. Damals war eine Kopfwäsche nämlich keineswegs immer so angenehm wie heute beim Friseur. Als „Shampoo“, um den Schmutz zu lösen und die Durchblutung anzuregen, rieb der Bader Kleie in die Kopfhaut ein.

Nun kann es durchaus sinnvoll sein, die Haut mit dem groben Nachprodukt der Getreideverarbeitung zu behandeln. Beim Händewaschen etwa entfernt Kleie vorzüglich und sogar rückfettend hartnäckigen Dreck. War die empfindliche Kopfhaut aber durch Flöhe oder Krätze bereits wund, so konnte dieses „Peeling“ heftige Schmerzen verursachen. Weshalb der Vorgang des Kopfwaschens als überaus unangenehm im Sprachgebrauch weiterlebt.

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