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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Wunder:
Die genaue Herkunft des Wortes
Wunder
ist unbekannt. Das althochdeutsche Wort
wuntar
bedeutete „(Gegenstand der) Verwunderung“, „Außerordentliches“. Der Begriff bezeichnet Ereignisse, die den Erfahrungen des Menschen und den Gesetzen von Natur und Geschichte widersprechen, ist aber im Lauf der Jahrhunderte immer anders interpretiert worden.
In der Antike galten
Wunder
als Mittel der göttlichen Weltregierung und wurden als faszinierende Ereignisse betrachtet. Die
Sieben Weltwunder
waren in Dimension und Wirkung auf den Betrachter außergewöhnliche Bauwerke. Die Bibel versteht
Wunder
dagegen in einem symbolischen Sinn als im Glauben erfahrene Rechtfertigung des Gottlosen. Heute gelten beispielsweise technische Meisterleistungen als
Wunderwerke
auf diesem Gebiet.
Naturwunder
sind einzigartige landschaftliche Formationen oder Naturerscheinungen wie zum Beispiel das wegen seiner bizarren Felsformationen so genannte Monument Valley im USBundesstaat Utah oder die Geysire Islands.
Begriffe wie
Wunderdoktor
oder
Wunderheiler
bezeichnen jemanden, der mit übersinnlichen Kräften Krankheiten beseitigt. Ein hochbegabtes, weit über sein Alter hinaus entwickeltes Kind wird auch
Wunderkind
genannt.
Die Redewendung
sein blaues Wunder erleben
für „eine böse, unangenehme Überraschung erleben“ hat ihren Ursprung in der Tuchfärberei: Beim Aufhängen der Stoffe nach dem Färben reagierten grüne und gelbe Farbtöne chemisch mit dem Sauerstoff der Luft zu blau. Man erlebte also buchstäblich sein blaues Wunder mit der zunächst anderen Farbe. Das
Blaue Wunder
ist der Name der Elbbrücke zwischen den Dresdener Stadtteilen Blasewitz und Loschwitz. Die 1891 bis 1893 gebaute eiserne Hängebrücke galt seinerzeit als technisches Wunderwerk und verdank ihren Namen dem blauen Schutzanstrich.
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