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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

wollen2

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V.
185; als Modalverb mit Verben: hat wollen; als Vollverb: hat gewollt; mit Akk. oder o. Obj.
1.
den Willen, den Plan, die Absicht haben
a)
etwas zu tun;
er will Arzt werden; willst du schon gehen?; wir w. ein Stück hinausfahren; er hat nicht mitkommen w.; ohne es zu w., verfiel er in seinen heimatlichen Dialekt; ich wollte nur fragen, ob
ich möchte nur fragen;
ich glaube, es will regnen
ich glaube, es wird regnen
b)
an einen Ort zu gehen;
er will unbedingt ans Meer; er will nach Hause; wir w. heute Abend ins Theater
2.
(damit) einverstanden sein;
wenn du willst, können wir anfangen; ich tue es nicht, wenn du (es) nicht willst; du wirst es tun müssen, ob du willst oder nicht
3.
erstreben, zu erreichen suchen;
er will immer noch mehr; er will seine Ruhe haben; er will es nicht anders; du hast es ja so gewollt;
vgl.
gewollt
4.
verlangen, brauchen, beanspruchen;
diese Pflanze will viel Sonne, Wasser, viel Pflege; der Kranke will täglich ausgefahren werden; du kannst davon haben, so viel du willst
5.
wünschen;
in konjunktiv. Wendungen
ich wollte, es wäre schon soweit; wollte Gott, es wäre so
wenn es doch so wäre
6.
ugs.
den Anspruch erheben (etwas zu sein);
und der will Künstler sein?; er will Techniker sein und kann nicht einmal
7.
in bestimmten Wendungen mit Verben
das will etwas heißen
das ist schon sehr viel;
das will gar nichts heißen
das bedeutet gar nichts, damit ist gar nichts gesagt;
das will ich meinen!
ganz bestimmt!, ganz sicher!
8.
in verneinenden Sätzen zur Bez. eines unerwünschten Verlaufs
es will nicht klappen
es klappt nicht;
die Wunde will nicht heilen
die Wunde heilt nicht
9.
mit einem Part. Perf. und mit „sein“
man muss erst ;
das will gelernt sein
man muss es erst lernen;
das will reiflich bedacht sein
man muss es reiflich bedenken;
das will erst mal getan sein
man muss es erst einmal tun (dann kann man auch darüber reden)
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