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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Theater:
Theater
als Wort wie als Kunstform stammt aus dem antiken Griechenland. Der Ausdruck
theatron
bedeutete dort „Schauplatz“, „Theater“ (aus
theastai
für „(an)schauen“, „betrachten“; zu
thea
, das gleichermaßen „Schau“, „Anblick“ wie „das Angeschaute“ und „Platz zum Anschauen“ bedeutete). Der davon abgeleitete lateinische Begriff lautet
theatrum
. Das Wort ist in fast alle Sprachen übernommen worden. Ins Deutsche gelangte es über das französische
théâtre
. Es bezeichnet unverändert die Gesamtheit aller darstellenden Künste (Oper, Operette, Musical, Schauspiel, Ballett) und das Gebäude, in dem die Aufführungen stattfinden.
Die Anfänge des europäischen
Theaters
liegen in den sakralen Spielen des antiken Dionysoskults, die wie alle Aufführungen der Frühzeit im Freien stattfanden. Aus ihnen entwickelte sich zunächst die Tragödie und später die Komödie. Die christlichen Kirchen standen im Mittelalter dem Theater zwar feindlich gegenüber, dennoch erlaubten sie seit dem 10. Jahrhundert szenische Darstellungen biblischer Stoffe. Ältestes Zeugnis für die Gründung einer Truppe von Berufsschauspielern ist ein 1545 im italienischen Padua geschlossener notarieller Vertrag.
Durch zahlreiche Zusammensetzungen werden Organisationsformen und Arten des Theaters unterschieden. Die Begriffe
Staatstheater
und
Stadttheater
verweisen auf die öffentliche Trägerschaft im Gegensatz zu einem
Privattheater
.
Musiktheater, Sprechtheater
und
Tanztheater
zeigen die jeweiligen Sparten an. Begriffe wie
Boulevardtheater, Bauerntheater, Kinder und Jugendtheater
deuten auf die Art der jeweils präsentierten Stücke.
Im übertragenen Sinn wird
Theater
auch für „Getue“, „Aufregung“ verwendet.
Theater machen
kann also wörtlich gemeint sein, aber auch bedeuten, „großes Geschrei veranstalten“ oder „große Aufregung verursachen“. Nur Letzteres ist gemeint, wenn umgangssprachlich von
Affentheater
oder
Kaspertheater
die Rede ist. In diesen Ausdrücken schwingt mit, dass Aufregung und Geschrei übertrieben, lächerlich oder unnütz sind. Unter
Theaterdonner
versteht man aufwendige Reklame oder viel Aufhebens um eine relativ unbedeutende Sache. Der Ausdruck bezieht sich auf das Geräusch, mit dem im Theater Donner imitiert wird.
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