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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

Tabak

T|bak
auch
[t]
, bes. österr.
[bk]
m.
1
1.
(rosa oder gelb blühendes) Nachtschattengewächs mit großen Blättern, die Nikotin enthalten, Kulturpflanze;
Syn.
Tabakstrauch;
Bauern~; Virginischer T.
2.
daraus hergestelltes Genussmittel
(Kau~, Schnupf~)
[aus den indianischen Mundarten von Haiti und Kuba in den Formen
tabaco, tauaco,
urspr. als Bezeichnung für die aus den Tabakblättern gedrehte Zigarette oder das Zigarillo]
Tabak:
Das nikotinhaltige Kraut und die Bezeichnung dafür importierten die Spanier aus Mittelamerika. In den indianischen Kulturen Amerikas ist das
Tabakrauchen
jahrtausendealt.
Tabaco
war die Bezeichnung für die
Tabakblätter,
die zu überdimensionalen Zigarren zusammengerollt geraucht wurden.
Tabak
galt als heilige Pflanze wie als Heilpflanze. Christoph Kolumbus, der 1492 Amerika entdeckte, führte Tabak nach Europa ein. Am spanischen und portugiesischen Hof wurde er anfangs aber nur als Zierpflanze benutzt. 1560 empfahl der französische Gesandte am portugiesischen Hof, Jean Nicot (15301600), seiner Königin Katharina von Medici
Tabakpulver
als Heilmittel gegen Migräne. Das zeigte offenbar Wirkung und die von ihm nach Frankreich gebrachte Pflanze wurde von da an „nicotiana tabacum“ genannt. Die Bezeichnung „Nikotin“ für den Inhaltsstoff geht mithin auf Jean Nicot zurück. Aus dem französischen Wort
tobaco
wurde schließlich englisch
tobacco
und deutsch
Tabak
. Nach Deutschland kam das Pfeifen und Tabakrauchen über England, das Zigarettenrauchen aus Russland und dem Orient.
Das im Deutschen veraltete Wort
Tobak
für Tabak wird heute nur noch umgangssprachlich gebraucht. Wenn man etwas
starker Tobak
nennt, so bedeutet das im übertragenen Sinn, so viel wie „das ist schwer zu verkraften“, „das ist ein starkes Stück“.
Alter Tobak
sagt man gelegentlich, um etwas als abgestanden, altmodisch oder von geringem Neuigkeitswert zu qualifizieren.
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